Österreichs höchster Dreihauber: NEWS macht einen Abstecher auf den Gartnerkofel
- Arnold Pucher, Aromenforscher in der Berg-Einöde
- Gaumenshow am Berg ersetzt einen Barcelona-Trip

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Am Kärntner Nassfeld teilen sich die Nebelfetzen und bringen die Gipfel des Gartnerkofels zum Vorschein. Vor den Fenstern des Restaurants Wulfenia, das hier in 2.000 m Höhe unmittelbar an der österreichisch-
italienischen Grenze liegt, dampfen die Wolken wie in einer Hexenküche. Sie sind nicht das Einzige, was hier dampft.
Hocharomatischer Rauch steigt auch auf, wenn Arnold Pucher, der Küchenmagier aus den Karnischen Alpen, bei Tisch die Stickstoffschwaden über feinen Süppchen aufsteigen lässt, als handelte es sich um einen Cocktail aus der Addams Family.
Gaumenshow am Berg
"Wir machen viel Show", gesteht Dreihauben-und Zweisternekoch Pucher. Damit jemand durchs Gailtal in diese Bergeinsamkeit zum Essen fährt, muss man schon was bieten. Und Pucher bietet, neben seinem Wellnesshotel, einiges: Für nur achtzehn Personen pro Abend kocht er in seinem Gourmetrestaurant so qualitätsbewusst und spielfreudig wie kaum jemand anderer im Dreiländereck was wohl auch der Grund ist, warum man hier fast mehr italienische und slowenische Gäste als österreichische findet. Sie wissen: Um eine ähnlich einfallsreiche Küche zu finden, müssten sie schon zu einem Weltstar wie Ferran Adrià nach Barcelona pilgern.
Kein "junger Wilder"
Im Gegensatz zu so manchem Espuma-Epigonen aus der kulinarischen Scherzkeks-Fraktion der jungen Wilden ist der Mittvierziger eher ein Geschmacks-und Aromenforscher als ein Schäumchen-Jongleur. Er arbeitet, vom Adria-Steinbutt bis zur Bressetaube, nur mit den edelsten Produkten. Selbst die Frage, ob man auf einer Kärntner Alm Hummer servieren soll, erübrigt sich. Wenn er so zart schmeckt wie dieser mit pannonischem Safran und Passionsfrucht servierte blaue Bretone, dann würde ich sogar in die Wüste Gobi reisen, um davon zu kosten.
Kurz: Arnold Pucher ist kein "Verrückter", sondern, was Geschmackssicherheit und Perfektion betrifft, fast schon ein alter Meister. Dazu passt auch, dass seine Desserts etwa die Liwanzen mit Erdbeer-Rosen-Vinaigrette und Olivenöleis auf dem Boden einer schwerelosen, aber doch sehr österreichischen Küche bleiben.
Restaurant Wulfenia,
9620 Hermagor, Sonnenalpe Nassfeld, Tel.: 0 42 85/81 11,
geöffnet bis 14. 4., MiSo ab 19 h, www.arnold-pucher.at
Die ganze Geschichte lesen Sie im aktuellen NEWS 04/10!











