Ausblick mit FORMAT: Gourmet-Trends 2008
Herbert Hacker über Shows und Newcomer

Gourmet-Trends. Kochbücher & Shows boomen. Neue Stars beherrschen die Szene. Gutes Essen hat mehr Bedeutung denn je.

2007sind einige der großen Köche Österreichs or-dentlich ins Schwitzen gekommen. Korso-Küchenchef Reinhard Gerer wurde vom Gault Millau auf Ein-Hauben-Niveau zurückgestutzt, die Brüder Obauer verloren ihren zweiten Michelin-Stern, und Jörg Wörther ist seit Sommer gar "arbeitslos" und steht seither ohne Restaurant da.

Lassen die Altmeister am Herd langsam nach? Jedenfalls drängt wie selten zuvor eine neue Generation von jungen Topköchen nach oben. Bestes Beispiel: der Deutsche Silvio Nickol, jahrelang Souchef des großen Harald Wohlfahrt, einem der besten Köche Deutschlands, ging 2007 als der wohl herausragendste Newcomer Österreichs hervor. Der Küchenchef des Schlossstern im Schlosshotel Velden hat praktisch über Nacht drei Hauben erkocht.

Auch Gerhard Fuchs vom südsteirischen Kreuzwirt am Pössnitzberg ist mit drei Hauben und einem Michelin-Stern den etablierten Kochlegenden bereits dicht auf den Fersen. Und Heinz Reitbauer junior hat das kurzfristig in die Krise geschlitterte Steirereck wieder ganz nach vorn gebracht. Beispiele dieser Art gibt es noch viele. 2008 steht damit ganz im Zeichen junger, aufstrebender Köche.

Stilistisch zeichnet sich kaum ein neuer Trend ab. Die Hinwendung zur Molekularküche scheint wieder nachzulassen. Wenn überhaupt, so lässt sich bestenfalls ein neuer Purismus in den Küchen der Gourmettempel festmachen.

Generell aber hat gutes Essen mehr Bedeutung denn je. Kochbücher boomen nach wie vor, und auch die Zahl der Kochshows im Fernsehen nimmt weiter zu. Und schließlich lässt sich auch durch immer dicker werdende Gourmetführer erkennen, dass die Zahl der guten Restaurants noch nie so groß war.

Essen gehen oder selber kochen ist damit in Österreich zu einer der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen geworden. (von Herbert Hacker/FORMAT)