Die Auferstehung des Uraltbeisls: Herbert Hacker besuchte das neue "Glacis-Beisl"

Wann das legendäre Glacis-Beisl zum ersten Mal aufgesperrt hat, weiß niemand mehr so genau, Schätzungen zufolge soll es vor rund 300 Jahren gewesen sein.

Bevor das neue MuseumsQuartier entstanden ist, zählte das Glacis-Beisl jedenfalls zu den Uraltklassikern der Wiener Beislszene. So gut wie jeder in Wien kannte es, und vermutlich war so gut wie jeder irgendwann einmal dort.

Jetzt wurde es wieder eröffnet. Und weil dort bis auf die Bäume alles abgetragen wurde, kann das neue Glacis-Beisl natürlich nur eine architektonische Interpretation des alten sein - ein Zitat eines legendären Beisl-Denkmals.

Gleich mehrere Architekten haben dabei Hand angelegt und ein Lokal geschaffen, das die ursprüngliche Beisl-Atmosphäre nur noch erahnen lässt. Als Betreiber konnte Paul Bodner, Eigentümer der nahe gelegenen Bar Italia in der Mariahilfer Straße, gewonnen werden, ein Mann, der Erfahrung mit kühlen Designerlokalen hat.

Und wie im Fall der Bar Italia ist auch im Glacis-Beisl die Küche gar nicht schlecht. Was das Essen betrifft, hat Bodner glücklicherweise Rücksicht auf die lange Tradition dieses Wiener Beisl-Originals genommen und eine puristische Wiener Küche mit allen möglichen Klassikern auf die Karte gesetzt: eine Portion Wurzelspeck, Rindsuppe mit Einlage, ein großartiges Rinds-Gulasch, Grammelknödel, Wiener Schnitzel, Forelle und Saibling im Ganzen oder Bauernente mit Rotkraut - mit derlei Gerichten will der neue Betreiber an die legendäre Zeit anschließen.

Wir wünschen ihm dazu gutes Gelingen, denn das Glacis-Beisl war wohl für viele ein sentimentaler Ort der Vergangenheit und nicht nur irgendein Beisl.

Name: Glacis-Beisl
Adresse: 1070 Wien, Breite Gasse 4-8, Tel.: 01/526 56 60
Öffnungszeiten: täglich 11 bis 2 Uhr früh
Preise: Vorspeisen bis 7 Euro, Hauptspeisen bis 13,50 Euro