Die kulinarischen Baustellen: NEWS über die aufregendsten Gastroprojekte im Bau

Im Spätsommer anno 2000 hat NEWS Sie zum ersten Mal informiert, dass bei Österreichs berühmtestem Lokal alles anders wird. Das Steirereck zieht aufs Dach, ließ die Familie Reitbauer damals verlauten. Erst als klar wurde, dass die Baukosten fast das Doppelte der ursprünglich geplanten Summe verschlingen würde, ließen die Reitbauers die Pläne fallen. Zum Glück. Denn bald danach sollte Heinz Reitbauer sen. das perfekte Objekt begegnen.

Die Gemeinde Wien suchte einen neuen Pächter für die Meierei im Stadtpark. Recht bald erhielten die Reitbauers den Zuschlag und gerieten sofort ins Sperrfeuer von Neidern und politischen Kleingeldsammlern. Doch der erfolgreiche Gastro-Clan stand die Querelen durch, kommentierte die Unkenrufe zuletzt gar nicht mehr. Denn man hatte das Ziel vor Augen. Nun wird auch für die Öffentlichkeit sichtbar, woran manche nicht mehr glaubten.

Milchtrinkhalle mit neuem Design
Ende Oktober sperrt unter dem Namen Meierei das erste Lokal im neuen Objekt auf. In Anlehnung an die einstige Bestimmung dieser städtischen Milchtrinkhalle gibt es auf der unteren Ebene der Wienflusspromenade ein vom Hauptrestaurant Steirereck unabhängiges Lokal, das sich fast ausschließlich dem Thema Milch widmet. Zu warmen Wiener Mehlspeisen und den 150 besten Käsen Österreichs und der Welt trinkt man Milchgetränke, Wein und Kaffee. Auch die Dekoration widmet sich dem Thema, das Entree hat die Form eines Roquefort, man geht auf einem "Yoghurtboden" und speist, auf weißen Lackmöbeln sitzend, vor einer "Milchflaschenwand".

"Steirereck light"
Vom Start der Meierei wird abhängen, wann genau der Umzug des Steirerecks stattfinden wird. Die Reitbauers wollen erst dann beginnen, wenn sich die Meierei eingespielt hat. Dass das alte Steirereck heuer noch schließt, scheint damit möglich, aber eher unwahrscheinlich, da der aufwendige Transfer damit genau ins hektische Vorweihnachtsgeschäft fallen würde. Fest steht, dass das am neuen Ort um 30 Plätze verkleinerte Lokal tagsüber als "Steirereck light" betrieben wird, die "große kulinarische Oper" wird nur abends gegeben. Als Küchenchefs agieren Heinz Reitbauer jr. und Helmut Österreicher. Patron Heinz Reitbauer sen. über das Ziel: "Wir wollen mit aller Kraft der Familie vier Hauben halten und drei Michelin-Sterne anpeilen."

Die weiteren aktuellen Projekte
Noch Ende September geht die unendliche Baustellen-Geschichte des Glacisbeisl zu Ende. Die Betreiber kennt man von der unweit gelegenen Bar Italia, das Konzept heißt "Viennese with a twist".
Ende Oktober gibt es einen kulinarischen Neustart im Wiener Konzerthaus. Statt Gerstner übernimmt die aus dem Ronacher und dem Hauben-Tapaslokal Cantino im Haus der Musik bekannte Familie Weinzirl die gesamte Gastronomie im Haus.

Welche Projekte sich noch bis 2005 verzögern, lesen Sie im NEWS , Ausgabe 36/04.