Eine höhere Kunst als die Schauspielerei:
Wagner im Gespräch mit Peter Simonischek

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Simonischek: Mein Zugang zur Feinschmeckerei erfolgte zunächst über deren Gegenteil, die Entbehrung. Neun Jahre am Stiftskonvikt St. Paul im Lavanttal waren ein kulinarisches Sparta. Die Zwetschkenknödel waren zuckerfrei, schmeckten wie Gummi. Und die Eternitplatten, auf denen wir essen mussten, wurden im Laufe der Zeit so fett, dass man darauf schreiben konnte. Doch die Nüchternheit dieser benediktinischen Verköstigung ließ in mir eine unstillbare Sehnsucht nach feinem Geschmack keimen.

Bild: Adina Vetter und Peter Simonischek als Helena und Theseus in William Shakespeares "Ein Sommernachtstraum", Burgtheater Wien.