Feinste Kost an der Rennbahn: Alexander Bachl testet für NEWS den Graf Hunyady

Eine Gastronomie-Idee wie ein Drehbuch. Der Plot: Ein junger Topkoch und zwei weitere Gastroprofis werden vom Honorarkonsul von Dschibuti engagiert, um auf der Tribüne des Wiener Trabrennplatzes ein exklusives Restaurant zu betreiben.

Was nach einer Folgeserie für "Schlosshotel Orth" klingt, ist seit wenigen Tagen Wirklichkeit. Und zwar weil Kommerzialrat Werner Salansky, besagter Konsul und Unternehmer, ein treuer Fan der Küche des jungen Bernhard Rieder ist und ihm stets an seine Wirkungsstätten folgte. Die hießen "Inamera" in Rust und zuletzt "Perkeo" in Salzburg, wo Rieder als Küchenchef werkte. Dazwischen sammelte dieser Know-how bei Walter Eselböck oder in Eckart Witzigmanns "Ikarus" im Hangar-7.

Vor kurzem kam jenes Angebot, das man nicht ablehnen kann. Salansky offerierte, das bislang unauffällige Restaurant "Graf Hunyady" auf der Trabrenntribüne als Patron für Rieder und Team zu pachten. Rieder und sein Salzburger Partner Alexander Kibler sagten zu. Und weil hier an den Renntagen plötzlich sehr viele Wettenerschöpfte verpflegt werden wollen, wurde dazu noch der aus der burgenländischen "Eselmühl" bekannte Karl Zeisler engagiert.

Weinprofi Kibler sorgt für die Weinkarte. Dem Ambiente wurde ein schnelles Upgrading verpasst. Fertig war das Lokal. Und jetzt kommt's: Die Gegend ist sicher seltsam. Die Anreise nicht simpel. Aber Rieders Küche ist alle Strapazen wert. Spitzenplatz. Schon im "Perkeo" fiel er originär auf, hier legt er noch zu und sichert sich einen Platz auf der Reservebank des Nationalteams der Topköche. Die Belege auf dem Teller: "Champagner-Kürbissuppe mit frittiertem Ingwer-Entengrammelknödel" (E 6,10), eine raffinierte kleine Sensation. "Flusskrebs-Chorizofond als ,Erdäpfelgulasch' mit Krebsen und Majoran" (E 14,90), eine Extrem-Idee, wobei das süßlich-scharfe Aroma der spanischen Wurst perfekt mit den Krebsen harmoniert. Ein Kleinkunstwerk: "Zitronenfisch auf Avocadocremeschnitte, Currykraut und Saiblingskaviar". In jeder Hinsicht ein Erlebnis: "Flambierte Ente in zwei Gängen" (E 21,70). (red.)

PS: Nun kann man auch mit der Liliputbahn essen fahren, die Haltestelle Rotunde liegt nur drei Minuten entfernt.

Die ganze Geschichte lesen Sie im NEWS 13/05 .

Graf Hunyady
Trabrennplatz Krieau, 1020 Wien
Tel.: 01/ 729 35 72
Öffnungszeiten: täglich 11.30-14.30, 18-24 Uhr.