Hacker über einen Wirtshaus-Aufsteiger: Der Tabor Turm als FORMAT-Gourmettipp

Die Aussicht ist prächtig, die Einrichtung schon ein wenig in die Jahre gekommen: Das Restaurant Tabor Turm hoch oben über Steyr zählt seit Jahren zu den eingesessenen Häusern der Stadt. Jetzt kocht dort ein Mann, der in der österreichischen Gourmetszene kein Unbekannter ist: Klaus Kobald, zuletzt im Saziani-Restaurant im steirischen Straden beschäftigt.

Dass er kochen kann, ist schon dort aufgefallen. Im Tabor Turm scheint er aber eine freiere Hand zu haben, jedenfalls sind seine Gerichte ein noch größeres Essvergnügen.

Etwa seine gefüllten Zucchiniblüten mit gegrillten Jakobsmuscheln und Erbsencreme, sein Gröst'l vom weißen Solo-Fino-Spargel mit geschmolzener Perigord-Entenleber oder sein Irrsee-Waller auf Saubohnen mit Kalbskopfcrostini und Estragon.

Stolz ist Kobald aber vor allem auf sein "Souffliertes Ei", das er zwar nicht erfunden, aber inzwischen zu seiner Trademark gemacht hat. Dieses Gericht muss man essen, kombiniert doch Kobald diese auch optisch beeindruckende Ei-Kreation mit Flusskrebsen aus den Traun-Auen - ein Gedicht.

Auf Vorbestellung lassen sich auch größere Koch-orgien organisieren - mit einem ganzen Atlantik-Steinbutt an der Gräte gebraten mit Trüffelremoulade oder einem im Ganzen gefüllten Hasen mit Gänseleber und Perigordtrüffel. Notwendig sind dazu mindestens sechs Personen, die über Entschlossenheit und entsprechenden Appetit verfügen. Dazu lässt Hausherr Wolfgang Karlinger die passenden Weine auffahren, aus einem ambitioniert zusammengestellten Sortiment.

Sollte sich in Zukunft auch noch an der Einrichtung das eine oder andere zum Positiven verändern, so könnte der Tabor Turm schon bald in die Top-Liga der österreichischen Gastronomie aufsteigen. Zu wünschen wäre es dem Team.

Tabor Turm
Kontakt: 4400 Steyr, Taborweg 7, Tel.: 0 72 52/729 49
Öffnungszeiten: Mi-So 11.30-14, 17-24 Uhr
Preise: Vorspeisen bis 16, Hauptspeisen bis 22 Euro

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