Herbert Hacker sieht einen Lichtblick am Naschmarkt: "tewa" ist gelungen anders

Die Zeit, in der der Wiener Naschmarkt noch ein wirklicher Markt war, liegt lange zurück. Typische Marktstände gibt es immer weniger, dafür ist die Zahl an mittelmäßigen Imbissbuden, egal welcher Herkunft, ins Unüberschaubare gewachsen.

Laufend eröffnen neue Lokale, wer nur schnell auf anspruchslose Weise sein Hungergefühl stillen will, der hat inzwischen eine reiche Auswahl. Nur wer gut essen will, der hat es schwer. In dieser Menge an Einheitsausspeisungen versucht seit kurzem ein Lokal herauszuragen.

Optik und Stimmung gelungen
Haya Molcho, die Frau des bekannten Pantomimen Samy Molcho, hat vor einigen Wochen das Lokal "tewa" am Naschmarktplatz 672 eröffnet. Optisch und von der Stimmung her ist der Versuch, ein bisschen anders zu sein als all die anderen, ganz gut gelungen. Und auch die Körpersprache der Chefin signalisiert fröhliche Lockerheit, sogar die Kellner sind auf unübliche Art freundlich.

Mehr Ausdrucksstärke gewünscht
Lediglich das Essen lässt noch ein wenig an Ausdrucksstärke vermissen. Gerichte wie Humus, Tahin und Tabouleh mit Lammfaschiertem, Büffelmozzarella mit Mango, Zitronenhuhn mit Pistazien-Couscous oder Lammkotelett mit (Unmengen an) Kartoffeln sind keineswegs schlecht. Um wirklich gut zu sein, fehlt es allerdings noch ein wenig an Perfektion und handwerklichem Geschick.

Unübersehbar ist hingegen das Bemühen der Wirtin, die mit sichtbarem Engagement mehr bieten will als das Übliche. Und mit ein wenig Zeit könnte das auch tatsächlich gelingen.

Name: tewa
Adresse: 1040 Wien, Naschmarkt-Stand 672, Tel. 0676/847 74-13 00
Öffnungszeiten: Mo.-Sa. 8-24 Uhr
Preise: Vorspeisen bis 9,80, Hauptspeisen bis 14,50 Euro

Aus Herbert Hackers wöchentlicher Gourmet-Kolumne im Format (Nr. 41/2007)