Im sehr kleinen Reich des roten Elefanten:
Herbert Hacker über "Zum roten Elefanten"

Die Gegend um den vorderen Teil der Wiener Gumpendorfer Straße nahe dem Getreidemarkt ist in den letzten Jahren zu einem besonders schicken Viertel geworden. Die Art der Geschäfte, Boutiquen, Altwarenläden und Lokale ist großstädtisch-modern, fast schon mit dem Charme ähnlicher Stadtteile in Paris oder London. Genau dort hat vor einiger Zeit ein kleines Lokal aufgesperrt, da in vielerlei Hinsicht bemerkenswert ist. Der Name: zum roten Elefant.

Winziglokale wie dieses haben meist den Nachteil, dass die Tische end beieinander stehen, das ist auch im Roten Elefanten so. Wer Pech hat, muss deshalb zuweilen lauten Tischnachbarn bei Schwadronieren zuhören – unfreiwillig, versteht sich.

Gute Schule
Der freundliche Service scheint sich dieses Problems durchaus bewusst zu sein. So es möglich ist, werden die Gäste deshalb rasch und ohne viel Aufsehen umquartiert – ein dankenswertes Entgegenkommen. Das allein rechtfertigt aber noch lande nicht einen Besuch. Wirklich erstaunlich ist vielmehr die Qualität der Küche. Dafür ist die junge Melanie Branschädel verantwortlich, sie hat unter anderem auch eine Zeit bei Meinl-Küchenchef Joachim Gradwohl gearbeitet.
Eine gute Schule, wie sich zeigt. Die Köchin versteht ihr Handwerk und liefert köstliche Gerichte, fantasievoll, kreativ und vor allem handwerklich makellos zubereitet.

Eine Bereicherung
Auf der Karte stehen Speisen wie Räucherfischmousse mit roh mariniertem Fenchel, Rinderconsommé mit Polentaschnitten, Lachsforellenfilet mit grünem Spargel, Pilzrisotto mit Grana und Schokoladentarte mit Vanilleeis. Alles in allem ist der Rote Elefant damit nicht nur eine Bereicherung für das Gumpendorfer Viertel, sondern für die gesamte Wiener Lokalszene.

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Zum roten Elefanten
1060 Wien, Gumpendorfer Straße 3
Öffnungszeiten: Mo-Fr 11-24, Sa 18-24 Uhr
Preise: Vorspeisen bis 7, Hauptspeisen bis 12,50 Euro

Im Lokalführer zu finden unter:
Zum roten Elefanten