Königliches Gemüse immer beliebter: Die Spargelkaiser sind eindeutig die Kärntner

In der Gastronomie ist heimischer Spargel seit einigen Tagen bereits zu haben, in den Regalen der Supermärkte wird er ab nächster Woche zu finden sein - und den wachsenden kulinarischen Bedarf decken. Denn seit dem Jahr 2000 sind die Spargeleinkäufe in Österreich nach Angaben der Agrarmarkt Austria (AMA) um rund 25 Prozent gestiegen.

Die Hälfte des begehrten Stangengemüses stammt von heimischen Feldern. Die eifrigsten Spargelkäufer sind übrigens die Kärntner, gefolgt von Wien und Tirol.
Die RollAMA (rollierende Agrarmarktanalyse) weise aus, dass im Jahr 2000 im Lebensmitteleinzelhandel und über alternative Vertriebsquellen rund 1.900 Tonnen Spargel verkauft wurden. Im Vorjahr waren dies bereits 2.400 Tonnen. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt damit bei etwa 600 Gramm pro Jahr. Damit bleibt Spargel - nicht zuletzt auf Grund der vergleichsweise kurzen Saison - auch mengenmäßig noch immer ein sehr exklusives Gemüse und spielt in der Mengenkategorie von Erbsen, Roten Rüben und Spinat mit.

Hauptanbaugebiet Niederösterreich
Was die Produktionsmengen und Anbauflächen betrifft, sind die Niederösterreicher laut AMA die "Spargel-Kaiser". In dem Bundesland wird auf über 250 Hektar - vorzugsweise im Marchfeld - der Großteil des österreichischen Spargels produziert, gefolgt von Oberösterreich und Kärnten mit je rund 35 Hektar Produktionsfläche und dem Burgenland sowie der Steiermark mit jeweils etwa 15 Hektar. Die eifrigsten Spargeleinkäufer sind laut RollAMA die Kärntner. In dem Bundesland werden 4,50 Euro pro Kopf und Jahr für das beliebte Wellness-Gemüse ausgegeben. Die Wiener reihen sich mit 3,90 Euro dahinter, gefolgt von Tirol mit 3,40 Euro pro Jahr. Schlusslichter in diesem Einkaufsranking sind Salzburg mit 2,10 Euro und Oberösterreich mit 1,90 Euro. Unter dem österreichischen Durchschnitt rangieren Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Vorarlberg.

Heilmittel Spargel
Spargel höchster Qualität zeigt ein fleckenloses Weiß, Violett oder Grün. Dieses Farbkriterium beweist, dass das Gemüse schonend behandelt wurde. Fühlt man Saft an den Schnittenden, ist der Spargel frisch. Er darf sich auch nicht biegen lassen, sondern soll leicht brechen - dann ist er nicht holzig. Spargel muss zudem quietschen, wenn man zwei Stangen aneinander reibt und darf nicht bitter schmecken. Nur zarter Wohlgeschmack bürgt für Qualität. "Wegen seiner zahlreichen positiven Eigenschaften galt Gemüsespargel schon vor Jahrhunderten als wirkungsvolles Heilmittel. Folsäure und andere B-Vitamine haben eine wohltuende Wirkung auf das Nervensystem und helfen, die Frühjahrsmüdigkeit zu vertreiben. Das vorhandene Vitamin A betreibt sozusagen Hautpflege von innen und das wichtige Vitamin E ist der beste 'Rostschutz' für unseren Körper. Das in feinsten Dosen enthaltene Selen kann als Krebskiller und Herzstärker wirken. Vitamin C sorgt für angeregten Stoffwechsel" erläuterte Klaus Hasler von der AMA. Nachsatz: "Lediglich die 'liebesfördernde Wirkung' von Spargel konnte wissenschaftlich bisher noch nicht eindeutig nachgewiesen werden." (APA/red.)