Rauchen im Lokal wird zum Streitthema: Initiative Rauchfrei genießen im Vormarsch

Rauchen in Restaurants, Bars etc. wird immer mehr zum Streitthema in der heimischen Gastro-Landschaft. Die Umsetzung der Initiative "Rauchfrei genießen" schreitet dabei zügig voran. Bis Ende 2006 sollen rund 90 Prozent der österreichischen Lokale Nichtraucherzonen anbieten. In vielen Ländern gehören Rauchverbote in Lokalen bereits zum Alltag.

Als "klaren Auftrag, dem wir uns verpflichtet fühlen" bezeichnet Helmut Hinterleitner, Obmann des Fachverbandes Gastronomie der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), den Wunsch der Gäste nach Nichtraucherbereichen: "Wirte und Hoteliers wollen ihren Gästen in Zukunft verstärkt rauchfreien Genuss ermöglichen - aber ohne die Raucher zu verbannen."

Selbstverpflichtung
Dazu hat die heimische Gastronomie mit Gesundheitsministern Maria Rauch-Kallat eine Vereinbarung zur Selbstverpflichtung getroffen. Darin steht festgeschrieben, dass in allen größeren Speisebetrieben bis zum Ende des Jahres 2006 in drei Etappen - 30 Prozent bis Ende 2004, 60 Prozent bis Ende 2005, 90 Prozent bis Ende 2006 - praktisch flächendeckend Nichtraucherbereiche für die Gäste zur Verfügung stehen. Das Bundesministerium für Gesundheit hat laut Vereinbarung das Recht, die Umsetzung jederzeit zu kontrollieren. Zur Zeit ist ein Basisinformationspaket an 32.000 österreichische Gastgewerbebetriebe unterwegs.

Faires Nebeneinander
Ziel aller Aktivitäten sei es jedenfalls, unter Beweis stellen, "dass in Österreichs Speisengastronomie ein friktionsfreies Nebeneinander von Rauchern und Nichtrauchern möglich ist. Dazu müssen die Raucher aber nicht - wie in einigen anderen Ländern - vor die Tür verbannt werden", so Hinterleitner.

Erstes Nichtraucher-Lokal in Wien
Seit 11. Oktober herrscht im "Hofstöckl" im Wiener Schlossquadrat striktes Rauchverbot. Der Wiener Gastronom Stefan Gergely will mit dieser Initiative auf die jüngste öffentliche Raucher-Diskussion reagieren. Der Erfolg hält sich bis dato jedoch in Grenzen. In den ersten vier Tagen des Rauchverbots habe es insgesamt nur vier Gäste gegeben, so der Schlossquadrat-Gastronom Stefan Gergely im APA-Gespräch. Das wundere ihn aber trotzdem "sehr wenig", weil man den Erfolg in einem längeren Zeitraum messen müsse.

Nichtraucher-Zonen rund um die Welt
Die Raucher-Diskussion hat mittlerweile bereits die Gastro-Szene weltweit erreicht. In Toronto etwa, wurden alle Bars, Casinos etc. zu rauchfreien Zonen erklärt. Die kanadische Metropole folgt dabei dem Beispiel von New York, wo bereits seit 2003 ein Rauchverbot in Gaststätten gilt. Auch in Europa sind für Raucher härtere Zeiten angebrochen.

Rauchfreies Europa
Im britischen Liverpool muss man neuerdings auch auf die Zigarette zum Bier verzichten, wobei dieses Verbot auf ganz Großbritannien ausgeweitet werden soll. Die Neuregelung folgt auf das seit März in Irland geltende Rauchverbot, das strengste in Europa. Auch in norwegischen Bars, Beisln und Restaurants darf nicht mehr geraucht werden. In Schweden gilt ab Juni 2005 ein Rauchverbot in Restaurants, Bars und Cafes. Und auch das Schweizer Tessin möchte Zigaretten in öffentlichen Lokalen verbieten.(apa/red)

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