Steirereck-Chefin Margarethe Reitbauer ist "Veuve Clicquot Business Woman 2005"

Margarethe Reitbauer, Chefin des Luxusrestaurants Steirereck, wurde von einer Jury österreichischer Wirtschaftsjorunalisten zur "Veuve Clicquot Business Woman of the Year 2005" gewählt. "Wenn man will, hat man die Kraft alles zu schaffen; das ist eine Kopfgeschichte". So lautet ein Motto von Margarethe Reitbauer. Und wenn man die Karriere der Gastronomin ansieht, wird alles klar:

Seit Jahren sind 80-Stunden-Wochen für die Chefin des Gourmet-Tempels Steirereck nichts Ungewöhnliches. An den Ruhetagen des Wiener Steirerecks arbeitet sie im Restaurant am Pogusch mit. Sie möchte jedoch keines der beiden Spitzen-Restaurants missen.Die Kraft für den anstrengenden Beruf holt sich Reitbauer aus der Familie. Ihre langen Tage, die meist um 8 Uhr beginnen und um 24 Uhr enden, sieht sie nicht nur als Arbeit. "Ich bin anwesend", sagt sie. "Mit einem Gast zu plaudern ist für mich aber fast wie Entspannung". Für Hobbys hat sie keine Zeit; sie gehen ihr aber auch nicht ab, sagt Reitbauer von sich selbst. Urlaube sind selten, zwei Mal im Jahr gönnt man sich eine Gourmetreise, meist nach Frankreich, "wo es auch gutes Essen gibt".

"Finanzministerin"
Neben der "Arbeit mit dem Gast" schaut Reitbauer auch als "Finanzministerin" des Gastronomie-Unternehmens, das derzeit 116 Mitarbeiter hat, schon immer penibel genau auf das Geld, bestätigt auch ihr Mann, Heinz Reitbauer: "Die Männer in der Familie sind stark beim Geld ausgeben, meine Frau hält alles zusammen". Dies sei auch eines der Geheimnisse, für den Erfolg der Familie. Strittige Fragen jeder Art werden über "viele Gespräche gelöst", Entscheidungen von einem allein gebe es nicht. Auch die Investition von 5,5 Mio. Euro in das neue Steirereck im Stadtpark mache sie nicht nervös, zumindest solange die Auslastung stimmt. Und das tut sie: Tische müssen sechs Wochen im Voraus reserviert werden. Wenn das anhält, kalkuliert Reitbauer, hat sich der Umzug in zehn Jahren amortisiert.

Schritt für Schritt zurückziehen
Für die Zukunft wünscht sich die Steirereck-Chefin jedenfalls mehr Zeit zum Reisen. In einigen Jahren wolle sie sich "Schritt für Schritt zurückziehen, aber langsam". Ganz in Pension zu gehen, kann sich die Managerin aber nicht vorstellen. Margarethe Reitbauer, geb. Hirtner, stammt aus einer Gastronomenfamilie aus Thal bei Turnau in der Steiermark. Nach einer kaufmännischen Ausbildung arbeitete sie als Angestellte beim Finanzamt Bruck, bis sie 1968 Heinz Reitbauer heiratete. Danach führten sie gemeinsam zwei Gasthäuser mit einer kleinen angeschlossenen Pension in ihrer Heimatgemeinde, bis sie 1970 den Schritt nach Wien wagten und das Restaurant Steirereck in der Rasumofskygasse eröffneten.

Österreichers Abgang
1996 wurde das zweite Restaurant am Pogusch eröffnet, 2002 gelang dann nach schwierigen Verhandlungen der Kauf der einstigen Meierei im Stadtpark, die mit Investitionen von 5,5 Mio. Euro umgebaut und im Jänner 2005 eröffnet wurde.
Zum Abgang des Star-Koches Helmut Österreicher sagten die Reitbauers nur, dass er ein Angebot - weg vom Herd - bekommen habe, bei dem er sich sehr rasch entscheiden habe müssen. (APA/red.)