Touristenlokal wird Edelbeisl: Herbert
Hacker über das neue "Ofenloch" in Wien

Florian Fritz entspricht voll und ganz dem Klischeebild eines dynamischen Junggastronomen. In nur wenigen Jahren hat er in Mödling das Restaurant "Florians" zu einer der besten Feinschmeckeradressen südlich von Wien gemacht. Jetzt hat sich Fritz noch zusätzlich Arbeit verschafft. Seit rund zwei Wochen betreibt er auch noch das traditionelle Wiener Innenstadtbeisl "Ofenloch".

Das schon etwas in die Jahre gekommene Gasthaus (erstmalig 1704 erwähnt) war in den vergangenen Jahrzehnten vor allem bei Touristen beliebt. Diese schätzten die Mischung aus postkartenartigem Puppenstuben-Ambiente und deftiger Hausmannskost nach Wiener Machart.

Kulinarisch gesehen war das "Ofenloch" nie rasend interessant. Die Qualität der täglichen Knödel- und Schnitzelorgien hielt sich stets in mehr als überschaubaren Grenzen. Nun, dies soll jetzt unter der neuen Führung von Florian Fritz alles anders werden. Und man merkt dies bereits.

Zu den typischen Wiener Klassikern sind nicht nur einige andere Gerichte hinzugekommen, sondern es wird jetzt ganz generell wesentlich besser gekocht als früher. Die "Sauerkrautterrine im Apfelgelee mit Blunzenstangerl und Eierschwammerl" ist mehr als tadellos und das "Wiener Backfleisch" zart und köstlich. Besonders empfehlenswert sind aber die dreierlei Varianten vom Jungschwein in Form einer knusprigen Stelze, eines geschmorten Wangerls und von Grammelknöderln.

Was die Weine betrifft, so finden sich in der Karte eine Menge Winzer der Thermenregion. Mehr als verständlich, denn der neue Pächter kommt ja schließlich aus dieser Gegend.

Name: Ofenloch
Adresse: 1010 Wien, Kurrentgasse 8
Telefon: 01/533 88 44
Öffnungszeiten: Mo.-Sa. 11-24 Uhr, Feiertag 11-24 Uhr
Preise: Vorspeisen bis 9,90, Hauptspeisen bis 18,50 Euro

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