Trüffel-Museum öffnet in der Toskana: Jetzt ist die Hochsaison für "Weißes Gold"

"Weißes Gold", "Diamant der Küche", "Die teuerste Delikatesse der Welt" - kaum ein anderes Lebensmittel wird in derart hohen Tönen gelobt und zelebriert wie der weiße Trüffel. Im Piemont, der eigentlichen Heimat der weißen Trüffel, soll er jetzt ein offizielles Zuhause bekommen. Dann öffnet im toskanischen Städtchen San Giovanni d'Asso bei Siena das erste italienische Trüffel-Museum.

Dabei klingt der wissenschaftliche Name des Trüffel eher trocken: "Tuber magnatum pico" heißt der köstliche Pilz bei Experten. Alljährlich wird die kostspielige Spezialität von Oktober bis Dezember in Italien vor allem in den Regionen Umbrien, Toskana und Emilia Romagna gesucht und gefeiert.

Erstes italienisches Trüffel-Museum
Im toskanischen Städtchen San Giovanni d'Asso bei Siena bekommt er jetzt ein offizielles Zuhause, und zwar im ersten italienischen Trüffel-Museum. Nach 18-monatigen Arbeiten, die die Region Toskana mit dem Trüffel-Studienzentrum im piemontesischen Alba durchgeführt hat, sollen Besucher auf 250 Quadratmetern fortan tiefe Einblicke in die Welt des Trüffels bekommen.

"Reise ins Zentrum des Trüffels"
So tief, dass Interessenten gar in einen Trüffel einsteigen können - dafür wurde in dem Museum eine gigantische künstliche Knolle aufgebaut. "Reise ins Zentrum des Trüffels", heißt die Attraktion. "Jetzt können auch die Augen kosten, was normalerweise nur dem Gaumen zusteht", schrieb eine Lokalzeitung.

Kostbare Exemplare
Die kostbarsten Exemplare wachsen seit jeher rund um das Städtchen Alba, das in diesem Jahr bereits seine 74. internationale Trüffelmesse feierte. Wegen des einzigartigen Duftes und Geschmacks der piemontesischen Pilze werden weiße Trüffeln im deutschsprachigen Raum als "Alba- oder Piemont-Trüffel" bezeichnet. Um die seltenen Gewächse zu finden, die bis zu 30 Zentimeter unter der Erde als Schlauchpilz in der Wurzel von Eichen, Kastanien und Pappeln gedeihen, werden heute meistens Hunde und ihre exzellenten Nasen eingesetzt.

Gutes Trüffeljahr
Und das Geschäft mit der berauschend duftenden Delikatesse blüht: 2004 ist - sowohl was die Qualität als auch was die Quantität betrifft - ein gutes Trüffel-Jahr für die Italiener, berichteten Medien. Der Preis pro Kilogramm liegt wegen der guten Ernte der Trüffelsucher bei 3.100 Euro pro Kilogramm, deutlich niedriger als im schlechten Jahr 2003, wo das Gewächs 4.000 Euro pro Kilo kostete. (apa/red)