Conflict Kitchen - Gerichte aus den "Feindländern" der USA

Im Imbiss in Pittsburgh stehen die Küchen der Länder im Mittelpunkt, mit denen die USA in Konflikt stehen. Die beiden Künstler, die dieses Projekt ins Leben gerufen haben, wurden deswegen auch schon mit Mord bedroht.

Conflict Kitchen

Conflict Kitchen

Beim Imbiss Conflict Kitchen, auf Deutsch "Konflikt-Küche", ist der Name Programm. Denn hier gibt gibt es nur Gerichte aus Ländern, mit denen die USA in Konflikt stehen. Schwerpunkte gab es bisher bei dem Stand im Uni-Viertel von Pittsburgh (US-Bundesstaat Pennsylvania) zu Venezuela, Kuba, Iran, Nordkorea, Afghanistan und derzeit Palästina.

Für jeweils drei bis fünf Monate steht eine Landesküche im Mittelpunkt. Das levantinische Menü aus Humus, Musakhan - Pitabrot mit Huhn, Pinienkernen und Zwiebeln - und in Sirup getränktem Joghurtkuchen, dazu Minz-Limonade, kostet zum Beispiel 17 Dollar (14,43 Euro).

Die Gründer der "Conflict Kitchen", die Künstler Jon Rubin und Dawn Weleski, kümmern sich aber nicht nur um das leibliche Wohl ihrer Kunden. Für jedes Land konzipieren sie ein Programm mit unterschiedlichen Veranstaltungen, Diskussionsrunden und Lesungen zu dem Konflikt. Außerdem gestalten sie den Stand jeweils um und veröffentlichen Informationszettel zum Thema. Dafür das reisen sie im Vorhinein immer in die Länder und sprechen mit Experten.

"Wir wollten eine Lücke in Pittsburgh schließen", erklärte Rubin. "Also haben wir darüber nachgedacht, was wir servieren könnten und wie wir Gespräche in Gang bringen könnten, die es bisher noch nicht gab. Dann haben wir gemerkt, dass es in dieser Stadt noch nie ein persisches, afghanisches oder venezolanisches Restaurant gab und das, obwohl Menschen aus diesen Ländern hier leben. Wir wollen die Menschen in Pittsburgh anregen, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen."

Viele private Geldgeber für das Projekt und auch die von Anfang an zahlreichen Kunden zeigten sich begeistert, aber gerade für die palästinensische Ausgabe gab es auch viel Kritik und sogar Morddrohungen für die beiden Gründer. Während die Drohungen untersucht wurden, musste der Imbiss im vergangenen Herbst eine Zeit lang schließen. Die israelische Seite sei nicht ausreichend repräsentiert, kritisierten Vertreter jüdischer Organisationen in Pittsburgh. Aber der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern sei auch nicht in erster Linie Thema des aktuellen Projekts, rechtfertigte sich Weleski.

APA/dpa, 14.01.2015