Portwein

Florian Holzer: Kein Wein ist winterlicher, beziehungsweise schmeckt im Winter besser als Portwein. Und der muss nicht zwangsläufig aus Portugal kommen, es gibt auch in Österreich ein paar viel versprechende Projekte. Die besten Adressen und das kleine Portwein Lexikon.

Wenn man an die gereiften Blauschimmelkäse von Robert Paget denkt oder an 18-monatige Bergkäse aus dem Bregenzerwald, deren Aromatik schon ein bisschen ins Karamellige tendiert, dann kann so ein kleiner Austro-Port da schon ganz gut dazu passen. Und zum Schokolade-Dessert welcher Art auch immer sowieso, Portwein gilt schließlich als einer der ganz wenigen Weine, die mit Schokolade kombinierbar sind. Und da kann’s da draußen dann ruhig noch weiterschneien ...

Die besten Adressen

Christoph Artner
Portuguese Love
Vintage 2008
www.artner.co.at

Schlossweingut Graf Hardegg
Forticus 2005
www.grafhardegg.com

Christoph Bauer
Vintage 2011
www.bauerwein.at

Thomas Schwarz
Vindimia No. 8
www.klosteramspitz.at

Das kleine Portwein-Lexikon

  • Ruby: Der Basis-Portwein, er kommt nach nur kurzer Zeit auf die Flasche, und ist dann auch schon trinkreif, besticht durch Purpurrote Farbe, strahlende Frucht und üppigen Schmelz. Ruby ist der Portwein für alle Gelegenheiten, billigere Varianten kann man auch zum Aufbessern von Saucen oder zum Marinieren verwenden.
  • Tawny: Im Fass gereifter Portwein hat einen völlig anderen Charakter. Seine Farbe geht – je nach Alter mehr oder weniger – ins Bräunliche, Transparente, die Aromen werden nussiger, karamelliger. Tawnies sind (fast) immer Jahrgangscuvées, ein 10 Jahre alter Tawny ist eine Mischung aus älteren und jüngeren Fassweinen, die im Durchschnitt mindestens 10 Jahre alt sind, gleiches gilt für den 20-jährigen oder den – sehr seltenen – 40-jährigen Tawny. Alte Tawnies sind exzellente Meditationsweine und eine wunderbare Begleitung zur Zigarre.
  • Vintage: Der König der Portweine, wie der Ruby bleibt auch der Vintage nur ganz kurz im Fass und reift dann – mitunter dreißig Jahre oder länger – in der Flasche. Vintage Port stammt immer nur aus einem einzigen Jahrgang, selten aber nur von einem einzigen Weingut (normalerweise kaufen Portwein-Häuser ihre Grundweine von verschiedenen Gütern zu). Wenn ein Vintage Port nur von einem Gut kommt, einer so genannten "Quinta", nennt man ihn „Single Quinta Vintage“. Diese Single Quinta-Portweine wurden in den vergangenen Jahren recht populär, der bekannteste und traditionsreichste von ihnen ist Quinta do Noval, ein regelrecht legendärer Vintage Port.
  • LBV: "Late bottled Vintage" – ein fassgereifter Vintage, das heißt, Weine aus einem einzigen Jahrgang reifen vier bis sechs Jahre im Fass, werden dann in Flaschen abgefüllt und sind – im Gegensatz zum Vintage – sofort genießbar. Der LBV ist vor allem für den Gebrauch in der Gastronomie entwickelt worden.
  • Colheita: Ein fassgereifter Wein aus nur einem Jahrgang, also gewissermaßen ein Jahrgangs-Tawny. Colheitas müssen mindestens sieben Jahre im Fass reifen und haben einen sehr hohen Stellenwert.
  • Garaffeira: Der seltenste aller Portwein-Stile, eine Tradition, die heute fast nur mehr von Niepoort am Leben gehalten wird. Wein mit drei bis sechs Jahren Fass-Reifung kommt zur weiteren Reifung in Glasballons, wo er mindestens acht Jahre (meistens aber sehr viel länger) bleibt. Danach wird er in normale Flaschen abgefüllt, die unter Kennern extrem hohen Sammlerwert besitzen.

(Gekürzte Version des Artikels aus der GUSTO Ausgabe 02/2014)