Auf nach Norditalien: Drei lukullische Routen zwischen Triest und Udine!

Für Feinschmecker ist es das Mekka des Hochgenusses: Prosciutto, Grappa, Prosecco, Valpolicella, Soave - all diese sündhaften Gaumenfreuden haben ihren Ursprung in Norditalien. Vor allem Friaul und das Veneto bilden das Herzstück der italienischen Spezialitätenboutique. Mit dieser kulinarischen Vielfalt kann selbst die Toskana nicht mithalten. Wenn der Kurztrip übers Wochenende also nicht direkt an die Strände von Lignano oder Jesolo führen soll, lohnt es sich in jedem Fall, die Feinschmeckermeilen abseits der Autobahn zu erkunden...

Drei Kurztrips durch Bella Italia. NEWS hat drei Genussrouten zusammengestellt, die beweisen, dass Italien mehr zu bieten hat als Sonne, Strand und Gelati. Oberstes Auswahlkriterium neben den regionalen Köstlichkeiten: Alle Trips müssen mit dem Auto innerhalb von vier Tagen zu absolvieren sein. Also, auf nach Bella Italia!

Route 1: Die Prosecco-Straße
Der ideale Ausgangspunkt für die kulinarische und optische Sinnesreise entlang der 35 Kilometer langen Strada del Prosecco, der Heimat des schäumenden Hochgenusses, ist die Stadt Conegliano. Vom Castello der Stadt aus erkundet man die Reize der "prickelnden" Landschaft. Die Enge Porta di Ser Bele führt dann Richtung Westen hinaus in die Hügel des Prosecco-Landes. Diese kurvenreiche Straße läuft mitten durch das Herz des Anbaugebiets. Entlang der idyllischen Strecke mit ihren herrlichen Weinbergen kann man das perlende Gold des Veneto, wie der Prosecco auch gerne genannt wird, in den zahlreichen Osterias und Weingütern verkosten. Nach dem Örtchen Refrontolo verlässt die Strada del Prosecco die Hügel und führt in den Talboden. Hier schmiegen sich an die steilen Hänge idyllische Orte wie Soligo, Pieve di Soligo und Farra di Soligo. Nun ist das Ziel fast erreicht - die Prosecco-Metropole Valdobiadene. Kulinarischer Tipp: Bevor man Valdobiadene erreicht, sollte man auch einen Zwischenstopp im Weinbauort Col San Martino machen. Liebhaber edler Tropfen werden hier sicher fündig. In der Prosecco-Hauptstadt finden Gourmets dann ein reichhaltiges Angebot des schäumenden Gaumenkitzels, das es in allen Va-rianten - von Tranquillo bis Extra Brut - zum Verkosten gibt. Für alle, die nicht allein reisen wollen: Bei Prima-Reisen werden geführte Touren über die Prosecco-Straße angeboten (Infos unter www.primareisen.at).

Route 2
Von Udine nach San Daniele. Die heimliche Hauptstadt des Friaul, Udine, ist für Gourmets und Fashion-Victims gleichermaßen ein Eldorado. In der Innenstadt kann man in zahlreichen Boutiquen shoppen bis zum Abwinken. Freunde des Genusses werden sich währenddessen eher in die kulinarischen Kleinodien Udines, die Osterias, zurückziehen. In den einfachen Wirtshäusern werden offene Weine ausgeschenkt und verschiedene Schmankerln serviert. Wer dann in Richtung San Daniele aufbricht, sollte die Straße der Schlösser besuchen. Sie liegt zwischen Buia im Norden, Udine im Süden, San Daniele im Westen und Tavagnacco im Osten. Hier hat der italienische Adel seinen Reichtum in prachtvollen Schlössern demonstriert. Eine gut gekennzeichnete Straße führt zu den schönsten architektonischen Meisterleistungen - wie etwa dem Schloss in Colloredo di Monte Albano. Wenn San Daniele Ende August zum Schinkenfest ruft, dann pilgern die Feinschmecker in Scharen in das kleine Örtchen mit dem gewaltigen Dom im Zentrum. Während dieses Spektakels verwandelt sich der ganze Ort in eine einzige Genussmeile. Insgesamt 27 Hersteller des in Gitarrenform gepressten Schinkens kann man besuchen und dabei ihre Kreationen natürlich auch verkosten.

Route 3
Durch den Karst nach Triest. Steiler verläuft dann die letzte Route im Westen. Hier fährt man von Sagrado hinauf in den Karst bis nach San Martino. Der Görzer Karst reicht bis etwa Duino, wo das berühmte Adria-Schloss auf einem Felsen thront und nun endlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Von hier ist es nicht mehr weit zur "Strada del vino": der Terrano-Weinstraße. Ausgangspunkt für diese Fahrt ist der Ort Sistiana. Auf der Weinstraße, die in Opicina endet, geht es kilometerweit durch stille Buschlandschaften auf 250 Meter Seehöhe. An Spezialitäten bieten die zahlreichen Buschenschenken Terrano-Schinken oder Rotweine aus der Umgebung. Tipp: Nach Opicina kann man den Weg über Basovizza, Dorligo und Caresana bis Muggia fortsetzen. Die Landschaft ist hier besonders reizvoll, und man findet immer wieder gute Trattorias. In Triest selbst ist das Flair der ehemaligen k. u. k. Monarchie noch präsent. An die monarchistische Vergangenheit erinnern die Jugendstilkaffeehäuser und natürlich das berühmte Schloss Miramare, das als Liebesnest für Erzherzog Maximilian und Charlotte von Belgien gebaut wurde. Der prunkvollste Platz der Stadt ist die Piazza dell'Unità d'Italia - mit dem Palazzo Communale und dem Palazzo del Governo sowie dem luxuriösen Hotel Duchi d'Aosta.

(Aus NEWS 23/2004)