Ausnahmewinzer Alois Kracher ist tot: Weinbau-Doyen erlag einem Krebsleiden

Österreich verliert mit Alois Kracher (48) den bedeutendsten Weinbotschafter den es je hatte. Niemand anderer sammelte so viele bedeutende Auszeichnungen wie der Illmitzer Süßwein-Spezialist. Noch keinem Österreicher außer ihm ist es gelungen, 100 Punkte von Kritiker-Papst Robert Parker zu bekommen.

Begonnen hatte der Illmitzer quasi als "Spätberufener": Bevor der Burgenländer seine Passion für den Süßwein entdeckte, arbeitete er als Chemiker. Er stieg just zu dem Zeitpunkt ins Weingeschäft seines Vaters ein, als dem burgenländischen Süßwein keine Chance mehr gegeben wurde, nämlich nach dem Weinskandal. Bereits 1994 wurde er bei der Internationalen Wine Challenge in London er vom Wine Magazine zum "Wine Maker of the Year", gekürt. Diese Auszeichnung bekam er insgesamt sechs Mal.

Internationale Erfolge
In den Jahren danach reihten sich hochrangige in- und ausländische Auszeichnungen aneinander. Eines der erfolgreichsten Jahre für den Winzer war sicherlich 2006. Bei der internationalen Wine Challenge in London regnete es regelrecht Auszeichnungen: Kracher erhielt die Preise für den Austrian Sweet Wine of the Year und wurde zum Sweet Wine Maker of the Year gewählt. Weiters erhielt er die Len Evans Trophy, mit der Winzer mit einer konstanten Spitzenperformance in einem Zeitraum von über fünf Jahren geehrt werden.

Starrköpfigkeit gelobt
Eine derartige Serie an Auszeichnungen für einen einzigen Weinmacher haben die Gäste dieses internationalen Weinwettbewerbs noch kaum erlebt. Tim Atkin, Chefredakteur des Magazins Wine & Spirit überreichte Alois Kracher die Trophies und lobte die Starrköpfigkeit, mit der Alois Kracher seit vielen Jahren die Qualität seiner Weine unter Beweis stellt.

Familie
"Seele" des Unternehmens in Illmitz ist seine Frau Michaela Kracher, bei der sowohl die geschäftlichen, wie auch die privaten Fäden zusammenlaufen. Besonders stolz war Alois Kracher auf seine Sohn Gerhard, der seit Jahren fest in die Arbeit des Weingutes eingebunden ist. In all den Jahren stand ihm auch sein Vater Alois Kracher senior treu zur Seite.

Mit "Luis" Kracher, wie ihn seine Freunde nannten, verlieren seine Familie und das Burgenland einen großen Botschafter, der den burgenländischen Süßwein auf der ganzen Welt salonfähig gemacht hat. Kracher erlag am 5.12. in den frühen Morgenstunden im 49. Lebensjahr seinem schweren Krebsleiden. (APA/red)