Burgenland mit gutem Weinjahrgang 2004: Weniger Menge bei steigender Qualität

Im Burgenland wird die Weinernte heuer auf 740.000 bis 750.000 hl geschätzt; sie liegt damit um 100.000 hl unter dem Vorjahreswert. Qualitätsorientierte Winzer haben die Traubenmenge gezielt reduziert, das Ergebnis gibt ihnen Recht, wie Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Stefan Hautzinger und der Obmann des Ausschusses für Sonderkulturen, Abgeordneter Paul Fasching in Eisenstadt berichteten.

Der Weinjahrgang 2004 wird besser als erwartet - "er ist von vielen Fachleuten verkannt worden", so Hautzinger.

Interessanter Jahrgang
"Es zeigt sich, dass heuer die Weingartenarbeit ganz entscheidend war. Dort, wo ausgedünnt wurde, haben wir es mit einer hervorragenden Traubenqualität zu tun", bilanzierte Hautzinger. Auch für Fasching verspricht die Charakteristik des Weines sehr Positives. "Es wird ein ganz interessanter Jahrgang, weil sich vor allem Weißweine sehr fruchtbetont und mit einer ausgewogenen Säure zeigen." Auch bei Rotweinen stehe die Frucht sehr stark im Vordergrund.

Mehr Rotwein
Im Rotweinsektor deckt inländische Ware nur 65 Prozent des österreichischen Bedarfs ab, 35 Prozent werden durch Import gedeckt. Im Burgenland wurden seit 1999 rund 2.700 ha an Rebflächen umgestellt. Erstmals wird im Burgenland mehr Rotwein als Weinwein geerntet. Flächenmäßig ist der "Rote" mit mehr als 7.600 ha gegenüber knapp 7.200 ha dem "Weißen" schon seit Jahren voraus, neue Weingärten benötigen aber drei Jahre, bis sie ertragsfähig sind.

Herkunft hervorheben
Für die Zukunft sind Hautzinger und Fasching jedenfalls optimistisch. Zu den großen Investitionen im Weinsektor (197 Mio. Euro seit 1995) und der guten Ausbildung der Winzer komme es nun darauf an, die guten Weine zu bündeln und ihre Herkunft herauszustreichen. In der Frage der DAC-Weine will man Anfang 2005 zu einer gemeinsamen Lösung für das Burgenland kommen. "Die Zeichen stehen relativ gut", meinte Fasching.(apa/red)