Die Schilcher-Ernte lässt auf sich warten: Später, weniger, mit typischem Geschmack

Der zwiebelfarbene bis rosarote Schilcher der Ernte 2004 wird später durch die Kehlen von Genießerinnen und Genießern steirischen Weines rinnen: Witterungsbedingt wird die Ernte etwa vier Wochen später als im Vorjahr erfolgen, außerdem wird - im Gegensatz zum Weißwein - mit Einbußen um bis zu 40 Prozent gerechnet. Von der Qualität her wird es nach dem milden "Kabinett" 2003 jedoch wieder einen echten "reschen", sprich säurebetonten Schilcher geben.

Der beliebte Schilcher-Sturm wird heuer erst Anfang Oktober in Gastronomie und bei den Buschenschenken angeboten werden, so ein Lagebericht aus der Weststeiermark. Wie Markus Klug, Weinbauer am Hochgrail, erklärt, sind die Mindererträge auf die Regenanfälligkeit der Blüte der Blauen Wildbacher Rebe, aus der der Schilcher gewonnen wird, zurückzuführen.

Schilcher auf dem Rückzug
Insgesamt ist der Schilcher, der derzeit noch auf 14 Prozent der steirischen Rieden (rund 500 Hektar) angebaut wird, auf dem Rückzug: In den 1970er und 80er Jahren noch als Modewein vergleichweise im Hochpreissegment gehandelt und in der Folge stark bis in die Südsteiermark ausgepflanzt, hat er in den vergangenen Jahren an Terrain verloren. Da halfen auch Experimente wie der Ausbau als Rotwein wenig. In Jüngster Zeit wurden in der Schilcher-Heimat Weststeiermark bereits beträchtliche Flächen an Neuanlagen mit Weißweinsorten bestockt.(apa)