Die Weinlese findet mitten in Paris statt: Berühmte Traubenernte auf Montmartre

Im Pariser Künstlerviertel Montmartre hat wieder die Weinlese begonnen. Bei dem berühmtesten der vier Pariser Weinberge dauert es etwa zwölf Stunden, bis alle 1.700 Rebstöcke des 1.500 Quadratmetern kleinen Hangs abgeerntet sind. Der Gamay stellt mit drei Viertel der Reben den Hauptanteil vor Pinot, Merlot und Riesling.

Die Geschichte des Montmartre-Weinbergs reicht bis in die Antike zurück. Im 18. Jahrhundert wurde die Winzerei in der aufstrebenden Metropole zwar aufgegeben. Doch seit 1932 werden am Montmartre wieder Rebstöcke kultiviert und von der Stadt gepflegt. Beim traditionellen Pariser Weinfest Anfang Oktober werden die rund 800 Flaschen "Montmartre" aus der Vorjahresernte zu Gunsten eines guten Zwecks verkauft.

Dieses Jahr wird es zwar keinen echten "Montmartre" zu erwerben geben, weil die Ernte 2003 vom Hagel vernichtet wurde. Dennoch werden die Weinfreunde nicht leer ausgehen: Ein südfranzösischer Winzer hat "Solidaritätstrauben" geliefert, aus denen ein Cuvee "Mai-Solidaritätshagel" gekeltert wurde.(apa)