Ein Bierlokal setzt auf eigenen Rebensaft: 7 Hektar Anbaufläche für´s Unibräu in Wien

Der Wiener Gastronom Stefan Hajszan ist ein klassischer Quereinsteiger in Sachen Weinbau. Erst vor wenigen Jahren hat er sein Engagement gestartet. Dass er sich dem Rebensaft widmet, ist aus dem Namen seines Lokals nicht sofort zu schließen:

Er betreibt das Universitätsbräu im Alten AKH. In Wien werden derzeit über sieben Hektar Weinbaugebiet von Hajszan bewirtschaftet. Sein Ziel sei es, Wiener Weinkultur neu zu beleben, betonte Hajszan im Gespräch mit der APA: "Es gibt immer weniger Betriebe in Wien die traditionellen Weinbau - so wie zum Beispiel in der Wachau - betreiben." Das Nachfolgerproblem sei deutlich zu spüren: "Vielen Betrieben fehlt dazu die nächste Generation." Der Wiener Wein gerate dadurch, gerade im Vergleich mit anderen typischen österreichischen Weinen, immer mehr in Vergessenheit.

Wein mit Qualität und Breite
"Wir wollen erreichen, dass sich auch Gäste in Wien wieder gerne eine Flasche Wiener Wein mitnehmen, wenn sie die Stadt verlassen", wünscht sich Hajszan: "Das Produkt Wiener Wein soll wieder Qualität und Breite erlangen." Daher will der Gastronom auch durch Veranstaltungen in seinen Weingärten der Wiener Weinkultur neue Impulse verleihen. Im Lauf einiger Jahre hat Hajszan seine Rebflächen in Wien auf mehr als sieben Hektar erweitert. Es gebe "unzählige Möglichkeiten", verwilderte Flächen zu kaufen oder zu pachten, betonte er.

"Spezielle Erziehungsform"
Um eine höchst mögliche Qualität zu vinifizieren, hat der Quereinsteiger zuletzt mehr als 3,5 Hektar nach einer speziellen Erziehungsform ausgesetzt. Dabei werden die Stämme sehr niedrig gehalten - die Trauben hängen in Bodennähe und können die abstrahlende Wärme voll aufnehmen. Der Universitätsbräu-Betreiber verfügt derzeit über Lagen in Nussdorf , Grinzing, Heiligenstadt, Neustift und Obersievering. Ein großer Weinkeller mit modernster Kellertechnik steht dem Gastronomen in der Wachau zur Verfügung. Primär angebaut werden Grüner Veltliner und Riesling. (APA/red.)