Coriander is the new Basil

Wie der Blogtitel schon vermuten lässt, spielt ein Gewürz eine große Rolle in Kristins Küche: Koriander. Geliebt oder gehasst, dieses Kraut ist in aller Munde.

Kristin Posch

Kristin Posch

Die PR-Managerin Kristin Posch ist vor Kurzem von Wien nach Berlin übersiedelt, kocht und backt jetzt in der deutschen Hauptstadt und versucht auf ihrem Blog Coriander is the new Basil, das polarisierende Kraut auch den Kritikern schmackhaft zu machen.

Beim Kochen und Schreiben kann Kristin am besten entspannen und daher hat sie beides auf ihrem Blog vereint. Doch nicht nur die eigene Küche ist für sie von Interesse, auch die Berliner Frühstückslokale werden genau unter die Lupe genommen - Kristin bloggt für Die Frühstückerinnen seit ihrem Umzug auch über das vielfältige Angebot in der Berliner Frühstücksszene.

Wir haben Kristin zum Interview gebeten und sie hat uns verraten, welche Zutaten sie außer Koriander noch gerne in ihren Gerichten verwendet und wann sie auch mal gerne mit einem Kochlöffel durch ihre Küche tanzt. Außerdem hat sie uns ihr Rezept für Kürbispasta mit Nüssen und Koriander (siehe unten) verraten:

Die Beweggründe, einen Foodblog zu starten?
Ich liebe es, in der Küche zu stehen, zu kochen und zu backen, Neues auszuprobieren, dazuzulernen und auch Fehler zu machen. Mit dem Blog hat sich mir die Möglichkeit eröffnet, all das mit anderen - und nicht nur mit meinen Lieben - zu teilen. Der Blog ist so eine Art kreatives Ventil für mich. Und mein liebstes Hobby.

Wie oft wird gekocht?
Am liebsten täglich. In jobintensiven Phasen weniger.

Am liebsten koche ich für ...?
Ich halte mich da an einen Spruch, der bei meiner Großtante an der Wand hing: Fünf waren eingeladen, zehn sind gekommen, gieß' Wasser zur Suppe und heiß’ alle willkommen.

Welche Musik läuft beim Kochen?
Good-Mood-Music: Donavon Frankenreiter, Eric Hutchinson, Catey Shaw. Dazu sieht man mich schon mal mit dem Kochlöffel durch die Küche, was sag ich, durch die Wohnung tanzen.

Welche drei Zutaten sind immer im Vorratsschrank?
Fleur de Sel, ein tolles Olivenöl und Zitronen.

Welche Gemüsesorten / Obstsorten werden am liebsten in den Rezepten verwendet?
Ich bin immer wieder überrascht, wo es mir überall gelingt, Mangos unterzubringen. Davon krieg ich einfach nicht genug. Gottseidank harmoniert die Mango mit Koriander wunderbar.

Meist überschätzte Zutat?
Will und will mir einfach keine einfallen. Irgendwie kommt es doch immer darauf an, was man aus guten Zutaten macht.

Oft unterschätzte Zutat?
Pfeffer. Unfassbar, wie toll frisch gemörserter Pfeffer riecht und wie unterschiedlich die verschiedenen Pfeffersorten schmecken.

Welche Kochutensilien dürfen in keiner Küche fehlen?
Ein Schneebesen und gute Messer.

Welches Gericht wird gerne für Gäste gekocht?
Ich liebe es, gemeinsam mit meinen Gästen frische Pasta zuzubereiten. Während der Teig rastet, wird schon mal ein Gläschen Wein getrunken, getratscht und gelacht. Und bei der Nudelproduktion wird jede Hand gebraucht. Kochen als sozialer Akt, das ist es, was ich daran so genieße.

Lieblingsessen als Kind?
Topfensemmerln: Dazu hat meine Mama Semmeln in zwei Hälften geschnitten, ausgehöhlt und in eine Auflaufform geschichtet. Das wurde dann mit einer Vanille-Topfen-Masse übergossen und überbacken. Herrlich.

Aktuelles Lieblingsgericht?
Ich habe vielmehr eine Lieblingsküche: die vietnamesische, von Glücksrollen bekomme ich nie genug.

Ungesund, aber die Finger davon lassen ist schwer?
In Spanien gibt’s einen Snack, der nennt sich mais frito. Ich liebe diese überwürzten, ungesunden kleinen Dinger und decke mich immer damit ein, wenn ich wieder in Spanien war.

Der größter Fauxpas in der Küche bisher?
Meine Family wird lachen, wenn sie das liest: Mein allererstes Risotto, an dem ich mich als Schülerin versucht habe, wird heute noch in den Erzählungen mit einem Gefängnisbrei verglichen.

Woher kommt die Inspiration?
Meine Inspiration kommt immer zusammen mit einer guten, gelösten Stimmung, dann sind plötzlich Rezepte und Bilder in meinem Kopf, die ich unbedingt kochen will. Darüber hinaus liebe ich es, in Foodblogs zu stöbern, Kochbücher zu wälzen und Dokus über fremde Küchen zu schauen. Ich koche aber selten etwas nach, sondern nehme immer einzelne Elemente, die ich dann auf meine Art interpretiere.

Lieblingskoch / Lieblingskochbuch?
Mein Lieblingskochbuch heißt "Granatapfel, Sumach und Zitrusduft". Silvena Rowe entführt den Leser in die orientalische Welt der Kulinarik.

Aktuelles Lieblingslokal?
Das befindet sich in meiner neuen Wahlheimat Berlin und heißt Frau Mittenmang. Die beste Stimmung gibt’s bei dem einen oder anderen Gläschen Wein in der Cordobar und meinen After-Work-Drink nehme ich am liebsten im Redwood ein.

Was kommt auf keinen Fall auf den Teller?
Sag niemals nie. Bis vor kurzem hätte ich die Frage mit "Beuschel" beantwortet. Lukas Mraz, Koch in der Cordobar, hat mich eines Besseren belehrt, es war köstlich.

Die schrägste Mahlzeit bisher?
Fermentierte Sojabohnen. Definitiv nicht mein Geschmack.

Der ultimative Küchentipp?
Ich bin davon überzeugt, dass alles gelingt, wenn man nicht "hudelt".

 

Blog: Coriander is the new Basil
Seit: März 2012
Fokus: Genussküche für jeden Tag
Facebook: www.facebook.com/CorianderIsTheNewBasil
Instagram: @corianderisthenewbasil
Twitter: @coriander&basil

Rezept: Kürbispasta mit Nüssen und Koriander

Kürbispasta mit Nüssen und Koriander

Kürbispasta mit Nüssen und Koriander

Zutaten für 2-3 Portionen

Für die Sauce:

  • ca. 1/2 kg Rinderfaschiertes
  • 1 große Frühlingszwiebel
  • Saft von 1/2 Zitrone
  • 1/4 Stk. Hokkaido-Kürbis
  • 1 Handvoll kleine Tomaten
  • 1 Handvoll Champignons
  • geriebener Koriander
  • Salz und Pfeffer
  • Tomatenmark
  • 1 Handvoll Walnüsse

Die Frühlingszwiebel klein hacken und bei mittlerer Hitze anbraten, bis die Zwiebelstücke glasig sind. Das Fleisch hinzufügen. So lange anbraten, bis kein rotes Fleisch mehr zu sehen ist. Das Faschierte verfärbt sich braun während des Anbratens. Es soll aber nicht knusprig werden, sonst wird es trocken. Einen Esslöffel Tomatenmark hinzufügen, mit einem großen Spritzer Zitronensaft aufgießen – und das Tomatenmark gut verrühren. Wenn es sich nicht verrühren lässt, ein wenig Wasser hinzufügen.

Den Kürbis klein schneiden und im Moulinex zerkleinern. Den Kürbis zum Fleisch hinzufügen. Die Tomaten in 1 cm breite Scheiben schneiden und zusammen mit den klein geschnittenen Champignons ebenfalls zum Fleisch geben. Soviel Wasser hinzufügen, so dass die Masse nicht trocken ist und gut saftig erscheint.

Ca. 20 Minuten lang auf kleiner Flamme köcheln lassen, immer wieder umrühren und mit Wasser aufgießen, falls die Konsistenz zu dick sein sollte. Salz und Pfeffer hinzufügen sowie ca. 1 Teelöffel geriebenen Koriander. Den restlichen Zitronensaft und zuletzt die Walnüsse zur Sauce geben. Mit Pasta anrichten. Voilá!