Sarah Satt

Wenn sich Sarah nicht gerade Essen macht, dann garantiert zumindest Gedanken darüber. Couscous, Hüttenkäse, Äpfel und Zimt und mindestens zehn Teesorten hat sie immer griffbereit, dafür kommt ihr frischer Koriander (Spülmittelkraut!) nicht in den Topf oder auf den Teller.

Sarah Satt

Hauptberuflich freie Werbetexterin, Journalistin und Autorin, geht Sarah Krobath aka Sarah Satt lieber Lebensmittel als Klamotten shoppen und finde ein originelles Kochbuch, z.B. von Yotam Ottolenghi, genauso spannend wie einen guten Roman. Als geborene Steirerin kippt sie sich Kürbiskernöl auch über Kärntner Kasnudeln und Vanilleeis. Was aber gar nicht geht, ist das gepanschte grüne Zeug aus dem Supermarkt sowie Eier aus Käfig- und Bodenhaltung. Dafür hat sie eine umfangreiche Sammlung an Backformen und bunten Strohhalmen, die aus Platzgründen auch mal Zuflucht im Kleiderschrank finden. Und wenn einmal nicht alles nach Plan läuft, dann rettet ihr ein lockeres Milchschaumhäubchen, das auf einer echten Heißen Schokolade thront, auch mal den Tag.

Wir haben auch Sarah wieder ein paar Fragen gestellt und sie hat uns ihr Rezept für Rote Rüben-Arancini mit Kürbiskernpanier verraten.

Die Beweggründe, einen Foodblog zu starten?
Das große Bedürfnis neben meinem Brotberuf als Werbetexterin eine Plattform zu haben, auf der ich schreiben kann worüber ich will – gutes Essen.

Wie oft wird gekocht?
Jeden Tag mindestens dreimal. Ein guter Morgen fängt für mich mit etwas Gekochtem wie Porridge oder pochierten Birnen mit Zimt an. Wer braucht Räucherstäbchen, wenn es in der ganzen Wohnung nach Gewürzen und Kräutern duftet?

Am liebsten koche ich für ...?
Meinen Liebsten und gute Freunde. Meine neue Leidenschaft ist Reiseproviant für alle zusammenzustellen – je mehr Butterbrotpapier und bunte Döschen, desto besser.

Welche Musik läuft beim Kochen?
Richi e Poveri zu Pasta, M.I.A. beim Gemüseschnippeln. Und, wenn der Dunstabzug gerade nicht zu viel Lärm macht, den Joy the Baker Podcast.

Welche drei Zutaten sind immer im Vorratsschrank?
Gutes Brot, Zimt und Steirisches Kürbiskernöl.

Welche Gemüsesorten / Obstsorten werden am liebsten in den Rezepten verwendet?
Immer am liebsten was gerade Saison hat. Diesen Sommer waren meine Favoriten Tomaten und Marillen, im Herbst greife ich gern zu Äpfeln, Roten Rüben und Kürbissen, im Winter geht nichts über Endiviensalat mit warmen Erdäpfeln und im Frühling freue ich mich über Spargel und Rhabarber.

Meist überschätzte Zutat?
Belugakaviar

Oft unterschätzte Zutat?
(Beluga-)Linsen, Bohnen und Erbsen – Hülsenfrüchte sind schon lange kein Arme-Leute-Essen mehr. Viele davon sind im Salat und Eintopf sogar richtige Hingucker und machen auch als Brotaufstrich eine gute Figur.

Welche Kochutensilien dürfen in keiner Küche fehlen?
Ein gutes Messer, eine gute Pfanne und gute Laune – mehr braucht es nicht.

Welches Gericht wird gerne für Gäste gekocht?
Seit meinem Masterstudium in Italien am liebsten italienische Menüs mit Bruschetta, Spaghetti Vongole und Panna Cotta. Nicht zuletzt, weil ich meinen Gästen dazu auch viele amüsante Geschichten auftischen kann.

Lieblingsessen als Kind?
Der Schwarzbeerstrudel meiner Oma. Ihr Teig war hauchdünn und über den ganzen Küchentisch gespannt, er ist bis heute unerreicht.

Aktuelles Lieblingsgericht?
Im Moment kann ich mich an Arancini nicht sattessen. Bei dem sizilianischen Street Food handelt es sich um frittierte Risotto-Bällchen, die man nach Lust und Laune verfeinern kann.

Ungesund, aber die Finger davon lassen ist schwer?
Unmengen an Honigbrot. Ich schmiere mir eines zum Frühstück, eines mittags zum Dessert und dann noch eines am Abend als Betthupferl.

Der größter Fauxpas in der Küche bisher?
Feuerwehr-Auflauf in der Firmenküche. Beim Zucchinibraten ohne Dunstabzug ist der Alarm vom Rauchmelder losgegangen und kurz darauf die Feuerwehr aufmarschiert.

Woher kommt die Inspiration?
Die habe ich meinem Appetit und meiner ebenso großen Neugier zu verdanken. Daher auch das Motto meines Blogs: Man kann nicht die ganze Zeit essen, aber darüber nachdenken.

Lieblingskoch / Lieblingskochbuch?
Lange war das Yotam Ottolenghi, weil jedes seiner Rezepte Lieblingsessen-Potenzial hat. Vor kurzem habe ich allerdings das Schulkochheft meiner Mama in die Finger bekommen.

Aktuelles Lieblingslokal?
Das 1070 am Spittelberg. Dort wird mir die Qual der Wahl beim Schmökern in der Speisekarte abgenommen und in mehreren kleinen Gängen serviert, was dem Küchenchef gerade einfällt. Und Einfälle hat der!

Was kommt auf keinen Fall auf den Teller?
Fettreduziertes Joghurt und Fleisch aus dem Supermarkt. Ansonsten, sag niemals nie!

Die schrägste Mahlzeit bisher?
Der hochprozentige, mit einer Überdosis Kirschwasser affinierte und lange im Sandsteinkeller gereifte gelb-blaue Schimmelkäse aus Rohmilch, den ich im September auf der größten Käsemesse der Welt gegessen habe – wie ein Body Shot aus dem Bauchnabel von Homer Simpson.

Der ultimative Küchentipp?
Öfters mal die heimische Küche mit den Augen eines Fremden sehen. Nachdem ich Freunden aus Finnland, Kanada und Puerto Rico Kürbiskernöl auf Vanilleeis serviert habe, gossen sie es auch über Pancakes und griechischen Joghurt. Es für Salat zu verwenden, fanden sie bizarr.

 

Blog : www.sarahsatt.com
Fokus : Geschichten, die den Appetit und zum Denken anregen
Seit : Oktober 2010
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Rezept: Rote Rüben-Arancini mit Kürbiskernpanier

Österreichische Arancini

Österreichische Arancini

Die frittierten Risotto-Bällchen kommen aus Sizilien und sind dort typisches Street Food wie es in Österreich unter Käsekrainern und Kebab Seinesgleichen sucht. Arancini sind nicht nur dankbare Resteverwerter, sondern lassen sich auch sehr gut saisonal abwandeln. Während meines Studiums in Italien hatte ich manchmal große Sehnsucht nach der österreichischen Küche, seit ich zurück bin, fehlt mir wiederum die italienische. Meine Interpretation mit Roten Rüben, Bergkäse und Kürbiskernen kombiniert das Beste aus beiden Ländern und bringt Farbe auf den Teller. Den Reis dafür habe ich von einem Besuch auf der Reisfarm Rondolino im Piemont mitgebracht.

Zutaten für 10 Bällchen

- 1 EL Olivenöl
- ½ rote Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe
- 250 g Carnaroli Risotto-Reis
- Schuss Weißwein
- 800 ml Gemüsebrühe
- 2 mittelgroße geschälte Rote Rüben (am Vortag gekocht)
- 30 g Bergkäse, gerieben
- 80 g Mehl
- 3 Eier
- Prise Salz
- 100 g Kürbiskerne, fein gerieben
- Rapsöl (oder anderes Pflanzenöl) zum Frittieren

  1. Die Gemüsebrühe in einem Topf aufwärmen. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebel und Knoblauch fein hacken und im Öl bei mittlerer Hitze glasig garen. Den Reis dazu geben und kurz braten bis er leicht transparent wird, dann mit einem Schuss Weißwein ablöschen. Nach und nach kleine Mengen von der Gemüsebrühe aufgießen, umrühren und mit dem nächsten Aufguss warten bis die Flüssigkeit verkocht ist. Die gekochten Roten Rüben in kleine Würfel schneiden und nach 15 Minuten Kochzeit zum Reis geben. 5 weitere Minuten köcheln lassen. Am Ende den geriebenen Käse unterrühren, die Pfanne vom Herd nehmen und das Risotto abkühlen lassen.
  2. Zwei Eier mit einer Prise Salz in eine Schüssel geben und verquirlen. Das Mehl und die geriebenen Kürbiskerne jeweils in extra Behälter geben. Das erkaltete Risotto mit einem Ei vermischen und zu kleinen Bällchen formen. Jedes Bällchen zunächst in Mehl wenden, kurz abklopfen, danach durch die Eiermischung ziehen und schließlich in den Kürbiskernen rollen. Die panierten Risotto-Bällchen 15 Minuten in den Kühlschrank stellen.
  3. So viel Rapsöl in die Fritteuse oder in eine große Pfanne gießen, dass die Bällchen beim späteren Hineingeben vollständig bedeckt sind. Das Öl auf 190°C erhitzen und, wenn die Temperatur erreicht ist, die Risotto-Bällchen je nach Größe 3 bis 5 Minuten goldgelb backen. Auf einem Teller mit Küchenpapier abtropfen lassen und warm servieren, dazu am besten grünen Salat mit Steirischem Kürbiskernöl.

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