Kremstal DAC-Weine im ersten Praxistest: Stift Göttweig und Weingut Stadt Krems

Mit dem Jahrgang 2007 dürfen erstmals regionaltypische Weine der Sorten Grüner Veltliner und Riesling aus dem Kremstal unter der Bezeichnung Kremstal DAC vermarktet werden. Die neu geschaffene Herkunftsbezeichnung Kremstal DAC bringt frische Dynamik in ein etabliertes Gebiet.

Wir haben die ersten DAC-Weine der Leitbetriebe Weingut Stift Göttweig und Weingut Stadt Krems getestet, um einen Einblick zu bekommen, in welche Richtung die Kremstaler DAC-Stilistik gehen wird. Beide Betriebe (26 bzw. 31 Hektar Anbaufläche) werden von Fritz Miesbauer geleitet, einem Lokalmatador, der auch schon die Freien Weingüter Wachau erfolgreich geführt hat.

WEINGUT STIFT GÖTTWEIG
Kremstal DAC Göttweiger Berg, Grüner Veltliner 2007
In der Nase reife Äpfel und etwas Heublumen, am Gaumen erfrischende Mineralik, grüner Apfel, Anklänge von exotischen Früchten, nachhaltige Struktur, viel Extrakt. Die Säurewerte sind eher im unteren Bereich, als Speisebegleiter ist dieser Wein ein Allrounder, nicht allzu deftige österreiche Küche passt ebenso gut wie asiatische Speisen.

Kremstal DAC Reserve Gottschelle, Grüner Veltliner 2007
Die Lage Gottschelle ist von mächtigen Lössformationen geprägt, die Weinstöcke sind zwischen 15 und 35 Jahren alt. Die beste Selektion aus diesem Weingarten wurde erst am 17.11. eingebracht und spontan vergoren. Der Wein spiegelt den Löss-Charakter vorbildlich wieder: In der Nase typische Aromen wie Honigmelone, Banane und frisches Heu; am Gaumen schmelzig und dicht mit einem erfrischenden Pfefferl. Im Rückgeschmack anhaltende Mineralik.

Kremstal DAC Göttweiger Berg, Riesling 2007
Die geologischen Unterschiede von schottrigen, sandigen Böden, über Löss und Lehm bis zu Urgesteinsverwitterungen ermöglichen eine große Vielfalt an Weinen und verleihen den einzelnen Trauben ein breites Spektrum an Aromen. Der Riesling 07 ist herrlich erfrischend, duftet nach Limette und grünem Apfel und performt am Gaumen mit gewinnender Mineralik und lebendiger Säurestruktur. Passt wunderbar zu Gebackenem oder Salaten.

WEINGUT STADT KREMS
Grüner Veltliner 2007, Kremstal DAC
Feinwürzig unterlegte Fruchtnoten mit Anklängen von Zitrusfrüchten und frischem Heu in der Nase setzen sich am Gaumen fort. Dazu gesellt sich ein animierendes Veltliner-Pfefferl - ein fruchtiger Wein für unkomplizierten Trinkgenuss.

Riesling Steinterrassen 2007, Kremstal DAC
Ein Parade-Riesling mit viel Trinkvergnügen! Unverwechselbare Rieslingfrucht mit Marille, Weingartenpfirsich und Grapefruit in der Nase. Prickelnde Mineralik am Gaumen, wieder mit Pfirsich und Marille.

Insgesamt schöne Beispiele wie Weine sorten- und regionaltypisch ausgebaut werden können. Die Göttweiger Weine südlich der Donau sind etwas weicher und samtiger, zeigen aber klaren Terroir-Bezug. Besonders der Löss-Charakter des Kremstal DAC Reserve Gottschelle verweist ganz klar auf die Region. Aber auch bei den Kremser Weinen nördlich der Donau ist die Herkunft von Löss- bzw. Urgestein erahnbar. Bei Blindverkostungen würde man den Riesling möglicherweise auch der Wachau zuordnen, den Grünen Veltliner könnten Profis durchaus in Krems sehen.

(von Bernhard Degen)