Losgelös(s)t-Winzer mit tollen Qualitäten: Kraftvolle Weine von den Lössterrassen

Löss ist eine spezielle Bodenschicht aus Staubsedimenten, die aus den großen Flussterrassen der letzten Eiszeit angeweht worden ist. Aufgrund der niedrigen Temperaturen existierte kaum Vegetation und der Schluff wurde abgetragen. Namensgeber war daher auch der römische Gott des Windes: Äolus.

Auf Lössböden werden schon seit Jahrhunderten Weine angebaut, weil die Reben sehr von dieser Unterlage profitieren. Löss ist nicht nur ein hervorragender Wasser- und Wärmespeicher, sondern enthält auch wertvolle Mineralstoffe, die den Charakter des Weines höchst positiv beeinflussen. Besonders der Grüne Veltliner harmoniert mit seiner Würze hervorragend mit den Löss-Eigenschaften.

Die "Losgelös(s)t"-Winzer aus den Kremstaler Weinbaugemeinden Rohrendorf und Gedersdorf wissen den Wert ihrer massiven Lössauflagen zu schätzen und versuchen möglichst viel Löss-Typizität in ihre Weine zu bekommen. Ein kleiner Streifzug durch 2006er-Weine beweist, dass ihnen das hervorragend gelingt.

Grüner Veltliner vom Löss 2006, Weingut Kitzler
Dieser Wein verkörpert die Tugenden des Löss-Bodens besonders eindrucksvoll. Das Bukett quillt mit einer Riesen-Palette an Frucht-Nuancen förmlich über: weißer Pfirsich, Zitrusfrüchte, Kräuterwürze, Mandelöl... Am Gaumen herrlich saftig mit raffinierter Würze und sinnlich-exotischen Noten, dicht und engmaschig. Ein Paradebeispiel für einen gelungenen Löss-Veltliner, der viel Trinkfreude bereitet.

Grüner Veltliner Alte Reben 2006, Winzerhof Ossberger
Ein interessantes Spiel aus reifer Exotik und erfrischenden Aromen wie Minze und duftendem Heu machen diesen Grünen Veltliner sehr spannend. Am Gaumen performt er weich und harmonisch mit zarter Veltliner-Würze und regionstypischen mineralischen Anklängen.

Grüner Veltliner Kremser Gebling 2006, Weingut Felsner
Der Kremser Gebling ist eine der besten Einzellagen um Rohrendorf und durch sein leuchtendes Gelb schon von weitem sichtbar. Die Weine erreichen genauso wie dieser Grüne Veltliner höchste Reife und Aromen wie Steinobst, Weingartenpfirsich und Kräuterwürze sind hier wie da typisch. Am Gaumen kraftvoll mit straffer Textur und schönem Pfefferl.

Grüner Veltliner Lössterrassen 2006, Weingut Berger
Ein filigraner Wein mit feiner Frucht-Nase nach Zitrusfrüchten und grünen Äpfeln. Klar und sauber am Gaumen mit sortentypischem Pfefferl.

Roter Veltliner Reisenthal 2006, Mantlerhof
Eine Sorte, die mit dem Grünen Veltliner zwar nicht verwandt ist, sich aber auf Löss ebenso wohl fühlt. Dieser Rote Veltliner vom Mantlerhof ist ein Kraftpaket mit großem Potenzial. Weiche Aromen nach kandierten Früchten und Mandelöl, am Gaumen mit markentem Restzucker, der aber von einer straffen Säurestruktur getragen wird. Cremige Textur, zart Vanille mit Mandarinen und reifem Obst. Feine Mineralik im Nachhall.

Sauvingnon Blanc 2006, Hermann Moser
Der Exot in diesem Flight ist der Sauvingon Blanc von Winzer Martin Moser, der mit dieser nicht gerade regionaltypischen Sorte schon schöne Erfolge gefeiert hat. Der 2006er hat wieder großes Potenzial, wirkt aber noch ein wenig unreif. In der Nase überwiegen schotige Aromen, grüner Paprika und ein wenig Johannisbeeren. Am Gaumen schmelzig mit zarter Fruchtsüße und markanter Säure. (red)

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