Paprika, Puszta & ... österreichischer Wein Ungarn ist vielversprechender Exportmarkt

Die österreichischen Winzer haben gute Chancen, ihre Marktposition in Ungarn auszubauen, schreibt die ungarische Tageszeitung "Magyar Hirlap" am Montag. Seit dem EU-Beitritt gebe es in den Verkaufsregalen der ungarischen Geschäfte immer mehr ausländische Weine - und seit dem Weinskandal vor 20 Jahren hätten sich viele kleine Winzer in Österreich auf die Herstellung von Qualitätsweinen umgestellt, heißt es.

Der burgenländische Winzer Erich Schumann aus Gols hat für seinen Wein in der Preislage zwischen 6 und 15 Euro vor allem Budapest und Westungarn als Absatzmärkte im Visier. Der Lebensstandard steige hier kontinuierlich und die Anzahl der Weintrinker nehme stetig zu. Allerdings seien österreichische Weine in Ungarn kaum bekannt. Anton Iby, Kellermeister der Weinkellerei Iby in Horitschon, rechnet damit, dass die Weinbaugebiete Österreich und Ungarn in 20 bis 30 Jahren ganz zusammenwachsen werden.

Ungarn immer bedeutsamer
Auf Wein aus Südamerika setzt der Burgenländer Axel Merwald: Er importiert jährlich eine Million Flaschen aus Chile nach Österreich und Deutschland und will den Verkauf nun auch auf Ungarn ausdehnen. Während in den 90-er Jahren österreichische Weinbauern nach Ungarn gingen um dort Wein anzubauen, wollen sie jetzt vor allem österreichischen Wein nach Ungarn exportieren. Ungarn gewinnt als Markt für die österreichischen Weinexporte mit einem Gesamtvolumen von rund 800.000 Hektolitern immer mehr an Bedeutung. 2003 lieferte Österreich Wein um 140 Mrd. Forint (555 Mio. Euro) nach Ungarn, dreimal soviel wie in die USA. Damit war Ungarn bereits der fünftgrößte Abnehmer österreichischer Weine - 1998 belegte das östliche Nachbarland nur den 32. Platz in dieser Rangliste. Allerdings werde das Interesse an Wein aus Österreich wieder abflauen, schreibt "Magyar Hirlap": Ähnlich wie die Österreicher würden die Ungarn zwar ausländische Weine probieren, letztlich aber doch den heimischen treu bleiben. (APA/red.)