Schaumweinsteuer fällt mit 1. April 2005: Bisher wurden 1,30 € je Flasche einkassiert

Mit 1. April 2005 wird die Schaumweinsteuer abgeschafft und ein jahrelanger Preiskampf der heimischen Sektproduzenten mit internationalen Frizzante-Herstellern geht zu Ende. Sekt wird in Österreich damit künftig billiger. Der Wettbewerbsdruck im Handel sei so hoch, daher sei davon auszugehen, dass der Preisvorteil direkt an den Konsumenten weitergegeben werde.

Dies sagte Rudolf Kobatsch, Obmann des Fachverbandes der heimischen Sekthersteller, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. Bisher wurden 1,30 Euro je Flasche Sekt an Steuer eingehoben.

In den vergangenen Jahren ist der Schaumwein-Konsum kontinuierlich gesunken. 2003 wurden 13 Mio. Liter Sekt und Spumante getrunken, 1997 waren es noch 16,5 Mio. Liter, um 21 Prozent mehr. Gleichzeitig ist der Import von - billigeren - Frizzante-Produkten um mehr als 100 Prozent gestiegen. Nachdem Frizzante (vor allem von der Prosecco-Traube) auf Grund des geringeren Innendrucks in der Flasche nicht steuerpflichtig war, verloren heimische Sektproduzenten immer mehr Marktanteile, erläuterte Kobatsch.

Bis zu 20 % mehr Aufträge erhofft
Nun hoffen die heimischen Sekthersteller auf einen gewissen "Nachholbedarf". So geht die burgenländische Sektkellerei Szigeti in Gols davon aus, dass die Aufträge heuer bereits um 15 bis 20 Prozent steigen werden.

Sekt per Definition
Bei Sekt (Qualitätsschaumwein) muss der Kohlensäure-Überdruck bei 20 Grad Celsuis mindestens 3,5 bar betragen, bei Schaumwein/Spumante muss der Druck bei mindestens 3,0 bar liegen. Von Perlwein oder Frizzante spricht man bei einem Druck von mindestens 1,0 bar bis höchstens 2,5 bar. Schaumweinsteuer-pflichtig in Österreich waren Sekt und Schaumwein (mehr als 3,0 bar). Prosecco ist eine Rebsorte, aus der vor allem moussierende Weine in Form von Spumante oder Frizzante hergestellt werden. (APA/red)