Weinwunder Österreich: Eindrucksvoller Richtungswechsel unserer Weinwirtschaft

Österreichs Weinwirtschaft hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen eindrucksvollen Richtungswechsel vollzogen. Eines der strengsten Weingesetze der Welt in Verbindung mit einer innovativen Winzergeneration begründen eine starke Position am heimischen Markt und die höchsten Exportzahlen seit Jahrzehnten.

Eine Entwicklung, um die uns viele Weinländer beneiden und die auch international anerkannt wird. Österreich zählt zu den innovativsten und dynamischsten Weinländern weltweit.

Strengstes Weingesetz als Grundlage
Die Einführung eines der strengsten Weingesetze der Welt nach dem Weinskandal im Jahr 1985 war Grundstein eines Umdenkens in der Österreichischen Weinwirtschaft. Im neuen Weingesetz wurde grundsätzlich alles verboten, was nicht ausdrücklich erlaubt ist. „Die strengen rechtlichen Grundlagen geben unseren Winzern klare Richtlinien vor. Ich kenne kein anderes Land, in dem das Weingesetz so stark reglementier“, ist Michael Thurner, Geschäftsführer der Österreichische Weinmarketinggesellschaft (ÖWM) überzeugt. „Neue Weinbereitungsmethoden müssen im Hinblick auf die zunehmende internationale Verbreitung auch in Österreich diskutiert werden. In anderen Ländern sind diese schon längst üblich, bei uns sind die meisten nur in Großversuchen und unter Aufsicht erlaubt.“

Qualität als oberstes Prinzip
Österreich ist mit nur einem Prozent der gesamten Weltweinproduktion international ein Weinzwerg. Allein die jährlichen Weltweinüberschüsse entsprechen in etwa dem 15 bis 20fachen einer österreichischen Ernte. Nach den dramatischen Folgen des Weinskandals hat die Weinwirtschaft erkannt, dass nur die Konzentration auf Qualität die Zukunftsstrategie österreichischer Winzer sein kann. Die heutige Winzergeneration ist bestens ausgebildet und weist internationale Erfahrung auf. Investitionen in moderne Kellerausstattungen und das Wissen, dass Qualität im Weingarten beginnt, sind einige der Erfolgsfaktoren. In Verbindung mit dieser dynamischen Entwicklung trägt auch ein verändertes Konsumverhalten wesentlich zur Beliebtheit des österreichischen Weines bei. „Der Konsument schätzt Qualität und ist auch bereit, dafür mehr Geld auszugeben,“ erklärt Thurner den gesellschaftlichen Wandel beim Weinkonsum. „Es gehört einfach zum guten Ton, sich bei Wein auszukennen und dabei zeigen sich die Österreicher eben besonders patriotisch.“

Internationale Erfolge als Bestätigung
Im Jahr 2004 konnten Österreichs Winzer im Export eine höhere Wertschöpfung als je zuvor erzielen. Obwohl mengenmäßig 11% weniger Wein über die Grenzen verbracht wurden, verzeichnete man wertmäßig ein sattes Plus von 20%. In Summe wurden 73 Mio. lt Wein im Wert von 83 Mio. Euro ausgeführt. Besonders erfreulich waren dabei die Zuwächse im Qualitätsweinbereich und im Flaschenexport. Obwohl Österreich aufgrund seiner Größe und Struktur in vielen Ländern nur ein Nischenprodukt darstellt, reihen internationale Journalisten, Fachhändler und Sommeliers österreichische Weine in die Liga der besten Weine der Welt ein.

Professionelles Marketing im Hintergrund
Seit 1986 unterstützt und koordiniert die Österreichische Weinmarketinggesellschaft die strategischen Bemühungen der heimischen Weinwirtschaft um Qualität und Verkauf. Im Inland hat man sich zum Ziel gesetzt, die Marktsegmente für Qualitätswein dominierend zu besetzen. Im Ausland bieten die von der ÖWM veranstalteten Weinpräsentationen eine professionelle Präsentationsplattform und Kontaktmöglichkeiten für österreichische Winzer. Durch den intensiven Kontakt mit Meinungsbildnern unterstützt die ÖWM auf breiter Basis die Exportbemühungen. Im Jahr 2004 besuchten dadurch mehr als 700 Top-Weinleute Österreichs Weinbaugebiete. Weitere Aktivitäten umfassen Kooperationen im Ausbildungsbereich, wie z.B. dem internationalen Institute of Masters of Wine, die wohl renommierteste Kaderschmiede der Weinwelt. „Mit diesen Kooperation schaffen wir es, dass sich die wichtigsten Meinungsbildner der Weinwelt intensiv mit Wein aus Österreich befassen. Wir erwarten uns davon langfristige Image- und Exporterfolge!“ begründet Thurner die Strategie. (red.)