Weststeiermark - Heimat des Schilchers

Gneis- und Schieferböden dominieren auf den 430 Hektar Rebflächen. Neben der Hauptsorte Blauer Wildbacher, die ausschließlich in der Steiermark angebaut werden darf, gibt es Welschriesling, Weißburgunder und Zweigelt.

Das am weitesten von der Bundeshauptstadt entfernte Weinbaugebiet Österreichs ist auch das eigenwilligste. Denn von idyllischen Hügeln in unberührter Natur, umgeben von vitaler bäuerlicher Kultur, kommt fast ausschließlich ein Wein: Schilcher. Es ist dies ein zwiebelschalen- bis lachsfarbener Rosé aus dem Blauen Wildbacher. Eine Eigenheit ist die extreme Säure, wegen der man sich erst auf den zweiten Schluck in ihn verliebt. Dann dafür umso heftiger. In Graz und Wien erlebte der ehemalige Bauerntrunk eine beachtliche Karriere zum Kultwein. Die Säure hat man heute dank modernster Keller- und Weingartentechnik im Griff und entlockt dem einstmaligen Rohling ungeahnte geschmackliche Feinheiten.

Ligist, Stainz, Deutschlandsberg, Schwanberg, Eibiswald, Groß St. Florian und Wies gehören zu den bekanntesten Weinbauorten. Entlang der Schilcher-Weinstraße findet man immer mehr Winzer, die mit geringem Ertrag und sorgfältiger Vinifikation die Nuancen beim Schilcher noch weiter herausarbeiten. Ergänzung im Schilcher-Spektrum bringen Frizzante, Sekt sowie tannin- und säurebetonte Rotweine.

Ein Querschnitt lässt sich in der Vinothek Schilcherstöckl in Rassach bei Stainz verkosten. Mit der 1988 kreierten Schutzmarke "Weißes Pferd" wird der klassische weststeirische Schilcher geschützt, womit man einer durch die Beliebtheit denkbaren Inflation entgegentreten will.

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