Das "g´sunde Achterl" ist nun doch zu empfehlen - Diäten keine Dauerlösung

Neueste Erkenntnisse von Ernährungsguru Kurt Widhalm ergaben, dass zwei Achtel Wein am Tag Herz- und Gefäßkrankheiten reduzieren und Süßstoff letztendlich in geringen Mengen verzehrt, der Gesundheit nicht schadet. Nach wie vor werden jedoch diverse Diäten noch immer in Frage gestellt. "Atkins" & Co ergeben wenig Sinn ohne körperliche Betätigung.

Noch nie wurde so viel widersprüchliches über Ernährung berichtet wie in diesen Tagen, hieß es anlässlich eines Gesprächs mit dem Wiener Ernährungsmediziner Kurt Widhalm, zu dem der Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten am Mittwochabend geladen hatte. Die eine Diät warne vor fetter Nahrung - die andere erlaube Fleisch und Eier. Wem man noch glauben könne, beantwortete der Experte vor Journalisten in Wien.

Ernährung soll individuell sein
"Mit Ernährungsfragen ist es wie mit dem Fußball: Es finden sich immer ein paar Hundert, die die Mannschaft besser aufstellen würden", erklärte der Präsident des "Österreichischen Akademischen Instituts für Ernährungsmedizin" eingangs. Auch in punkto gesundes Essen würden subjektive Dinge eine große Rolle spielen. "Nicht jeder muss um 16.00 Uhr die letzte Mahlzeit zu sich nehmen. Man darf nicht verallgemeinern", meinte Widhalm.

Fett ist nicht gleich Fett
Einige Dinge seien jedoch wissenschaftlich erwiesen. Rund um das Thema Fettsäuren ranken sich gravierende Ernährungsirrtümer. "Fett ist nicht gleich Fett", betonte der Mediziner. Tierische Fette etwa aus Wurst oder Butter solle man reduzieren. Vor Fett in Fisch müsse man aber nicht warnen. Die so genannten Omega-3-Fettsäuren seien gesund würden beispielsweise plötzlichen Herztod reduzieren.

Diäten und ihre Lügen
Auch die "Glyx-Diät", bei der der Blutzuckerspiegel nach dem Konsum von Kohlenhydraten berechnet wird, halte als Schlankheitsrezept nicht das, was sie verspreche. "Hier kommen wertvolle Lebensmittel wie etwa die Erdäpfel unberechtigt in Verruf", erklärte Widhalm. Auch Trennkost oder Blutgruppendiät seien keine Dauerlösungen.

Österreicher essen zu fett
Besonders verwirrend seien für Laien die unterschiedlichsten Ernährungspyramiden. Die "Atkins-Methode" empfiehlt hier zum Beispiel das Gegenteil der österreichischen Ernährungsmediziner." An der Basis muss immer körperliche Aktivität und viel ungezuckerte Flüssigkeitszufuhr stehen", betonte der Experte. Der Österreicher konsumiere mit 140 Gramm doppelt so viel Fett pro Tag wie empfohlen. Fettreiches Jogurt und Käse sollten daher komplett vom Speiseplan gestrichen werden.

Zu empfehlen:
Dafür empfahl der Mediziner aber ein bis zwei Achterl Wein pro Tag, die die Wahrscheinlichkeit von Herz- und Gefäßkrankheiten reduzieren würden. Auch gegen Light Produkte in Maßen genossen sei nichts einzuwenden. "Süßstoff in geringen Mengen schadet nicht." Um endlich Licht ins Dunkel der Ernährungslügen zu bringen, forderte Widhalm "National nutrition guidelines", an die sich der Laie halten kann. (red)