Naschkatzen müssen tief in die Tasche greifen: Schokolade wird empfindlich teurer!

Naschkatzen müssen sich auf eine Verteuerung von Schokolade und Co einstellen. Infolge von neuerlichen Kakao-Missernten beim weltgrößten Kakao-Produzenten Elfenbeinküste werden die Preise für Schokolade voraussichtlich kräftig anziehen. Für die nun beginnende Ernte werde ein Exportvolumen von höchstens 950.000 Tonnen Kakao erwartet, was einem Minus von 22,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, sagte der Chef der ivorischen Kakaobörse (BCC), Lucien Tape Doh, zur Nachrichtenagentur AFP.

Auch die Mindestpreise für die Erzeuger hätten sich im Vergleich zum Vorjahr um 12,5 Prozent auf 68 Cent pro Kilo Kakao erhöht.

In Österreich hat die schlechte Kakao-Ernte vorerst noch keine Auswirkungen, Schokolade wird aber trotzdem teurer. Als Grund für die höheren Preise nannte die Sprecherin von Kraft Foods Österreich (Milka, Mirabell, Suchard, Bensdorp) den gestiegenen Milchpreis.

Wie stark die Erhöhung ausfallen wird und ab wann Schokolade teurer wird, konnte Barbara Blohberger noch nicht sagen. Ob die Kakao-Missernten auf den Preis durchschlagen, konnte die Sprecherin ebenfalls noch nicht beurteilen. Man müsse Dinge, "die neu geschehen", analysieren, bevor etwas gesagt werden könne.

"Nur das Tüpfelchen auf dem i"
Auch die Nahrungsmittelindustrie geht davon aus, dass sich Schokolade verteuert. "Die steigenden Kakaopreise sind nur das Tüpfelchen auf dem i", sagte Josef Domschitz vom Fachverband der Nahrungsmittelindustrie zur APA. Die Preise für Milcherzeugnisse (wie Milchpulver und Butter) hätten sich seit Jahresbeginn um 80 Prozent erhöht, so der Experte. Auch die Preise für Getreide und Haselnüsse sind nach Angaben des Experten gestiegen. Bei süßen Backwaren werde es ebenfalls zu einer Verteuerung kommen.

Die Preissteigerung werde "in vielen Fällen zweistellig" ausfallen, wobei sie bei Schokolade spürbarer sein könnte, stellte auch Domschitz in Aussicht. Wann genau es zu der erwarteten Preissteigerung kommen wird, konnte der Experte nicht beurteilen. Aus Sicht der Produzenten sei es notwendig, dass es "noch heuer" zu diesem Anstieg kommt. Auch wie hoch der Preisanstieg ausfallen wird, hänge letztlich vom Handel ab, erklärt Domschitz.

Manner rechnet mit zweistelliger Preissteigerung
Beim Waffelspezialisten Manner wirkten sich die Preisanstiege im vergangenen Jahr für Kakao (plus 25 Prozent) und Milcherzeugnisse (plus 90 Prozent) ebenfalls auf die Kalkulation aus. Wie auch die Nahrungsmittelindustrie rechnet der Schnittenhersteller mit einer "zweistelligen Preissteigerung". Besonders betroffen von der Teuerung sei die Mannerschnitte, da hier viele Rohstoffe zum Einsatz kämen, deren Preise im vergangenen Jahr angezogen hätten.

Fix ist hingegen, dass die Schokoladeprodukte des Schweizer Unternehmens Lindt & Sprüngli ab Jänner 2008 teurer werden. Je nach Land sollen die Preise um 6 bis 10 Prozent anziehen. Als Grund für den Aufschlag nennt der Konzern die Preissteigerungen bei Kakaobohnen, Kakaobutter und Milchpulver. Deren Preise stiegen innerhalb eines Jahres wohl um mehr als 20 Prozent, sagte Lindt-Chef Ernst Tanner.

(apa/red)