Räumungsklage & Geldnöte: Steht Zawinuls abgewirtschafteter Jazz-Club vor dem Aus?

Die Betreiber des Wiener Jazzclubs "Birdland" lassen die Hoffnung nicht fahren - auch wenn laut einem Bericht des Magazins "News" Szene-Gastronom Ossi Schellmann an der Übernahme des in Geldnöten steckenden Jazzclubs arbeitet.

Es sei zwar richtig, dass wegen Mietschulden eine Räumungsklage auf dem Tisch liege, "es ist aber auch im vorigen Jahr eine ins Haus gestanden", so Birdland-Geschäftsführer Karl Resch im APA-Interview.

Und mittlerweile habe sich die Situation des Kulturbetriebes gebessert, da man etwa die Außenstände halbiert habe. Klar sei aber: "Es geht dem Birdland nicht so gut." Allerdings sei die Sommerzeit für einen derartigen Club immer eine Katastrophe, zumal man während der Fußball-Europameisterschaft einen Einbruch verzeichnen musste.

Grundsätzlich habe man im Birdland aber viel erreicht. Leider fehle an gewissen Stellen jedoch der Zuspruch für eine solche Einrichtungen. So habe man im Vergleich zum "Porgy & Bess" oder der "Szene Wien" relativ geringe Förderungen bekommen, genauer gesagt nur einen Errichtungszuschuss. Ohne eine Basisförderung sei dieser Club jedoch nicht profitabel zu betreiben.

Dementsprechend gehe er nun vor. "Ich versuche mit den entsprechenden Kulturleuten zu reden", so Resch. Überdies wolle er Plattenfirmen und Veranstalter animieren, das Birdland verstärkt als Auftrittsort zu nutzen. Mittlerweile sei man schließlich mehr als ein reiner Jazzclub, sondern ein Musikclub. Und auch andere Sparten wie Kabarett könnten theoretisch im Birdland laufen.

"Ich bin gesprächsbereit", unterstrich der Birdland-Geschäftsführer. Sollten andere es wirklich besser können, sei er auch bereit, sich zurückzuziehen. Die Probleme mit dem Vermieter Hanno Soravia wären jedenfalls lösbar, zumal dieser kein "Unmensch" sei: "Wenn es eine Lösung gibt, wird der Soravia der Erste sein, der mittut."

Sollte Schellmann, wie in "News" angekündigt, eine Disco für Erwachsene planen, könne er ja das Birdland einmal im Monat mieten, schlug Resch vor. Dafür müsse er nicht den Club übernehmen und dessen Namen ändern, so der jetzige Geschäftsführer, der zugleich betonte: "Ich will keine Schlammschlacht."

Am 22. Juli werde man nun unter dem Titel "Birdland Forever" ein Überraschungskonzert mit internationalen Topkünstlern geben. Es bestehe die Möglichkeit zu überleben, es bestehe die Möglichkeit, dass das Birdland zusperrt. Und klar sei: "Schluss ist dann, wenn zugesperrt ist." (apa/red)

Bild: Der verstorbene Jazz-Legende Joe Zawinul