Wie Pizza zum Namen Margherita kam: Es-sen wird oft nach Persönlichkeiten benannt

Der Brauch, Essen und Trinken nach wichtigen Persönlichkeiten zu benennen, ist alt. Dabei spielte sowohl Ehre als auch Zufall eine Rolle. Nicht immer ist gleich zu erkennen, dass es sich beim Namen einer Speise eigentlich um den Namen einer Person handelt. Zu den bekanntesten Beispielen zählen dabei Sandwich und Carpaccio. Lesen Sie hier mehr über die spannenden Legenden, welche sich um die Namen diverser Speisen ranken.

Beginnen wir mit dem Carpaccio, welches erst 1950 "erfunden" wurde. Die wenigstens wissen, dass dieses Gericht den Namen eines mittelalterlichen Malers, nämlich Vittore Carpaccio, trägt. Diese Vorspeise könnte auch einen ganz anderen Namen haben, denn gerade dieser Name war reiner Zufall.

Carpaccio
Der Erfinder dieser Köstlichkeit war der Besitzer von "Harry's Bar" in Venedig. 1950 fand dort eine Ausstellung der Werke des Malers Vittore Carpaccio statt. Der Wirt Giuseppe Cipriani hatte zu dieser Zeit ein Problem. Eine seiner besten Gäste, die Comtessa Amalia Nani Mocenigo, hatte eine strenge Diät verordnet bekommen, wo sie keine gekochten Speisen zu sich nehmen durfte. Um diesen guten Gast nicht zu verlieren, musste der Wirt innerhalb einer halben Stunde ein schmackhaftes, kaltes Gericht zaubern. Serviert wurden daher hauchdünne, in fächerform angerichtete Scheiben von Filet mignon. Die Comtessa war begeistert und fragte, wie das Gericht denn heiße. In anbetracht dessen, dass vor seiner Bar an einer Säule ein Plakat mit einem Carpaccio-Gemälde hing, verkündete der Wirt "Rindfleisch-Carpaccio".

Sandwich
Die Analen sagen, dass das "Sandwich" von John Montagu, dem 4. Earl of Sandwich, erfunden wurde. Der Earl soll ein hemmungsloser Spieler gewesen sein. Die Legende sagt daher auch, dass der Earl 24 Stunden ohne Unterbrechung am Pokertisch saß. Um das Spiel wegen des Essens nicht verlassen zu müssen, hatte er sich sein geliebtes gesalzenes Rindfleisch zwischen zwei Röstbrotscheiben geklemmt und aß es während des Spieles. Somit war das Sandwich geboren, denn die Methode erreichte sofort einen hohen Beliebtheitsgrad in London. Mittlerweile ist dieser beliebte Snack aus unseren Essgewohnheiten kaum mehr wegzudenken.

Pizza Margherita
Die "Pizza Margherita" ist zweifelsohne ein Klassiker. Zu damaliger Zeit galt die Pizza als ein Arme-Leute-Essen und hat ihren Namen der Königin von Italien, Margherita von Savoyen zu verdanken. Folgende Legende rankt sich dabei um die Namensgebung. Königin Margherita verbrachte anno 1889 den Sommer in der Residenz Capodimonte bei Neapel. Die Königin verlangte eines Tages bei ihrem Koch nach einer einfachen Pizza. Da der Chefkoch sich noch nie mit diesem Arme-Leute-Essen beschäftigt hatte, wurde der beste Pizza-Bäcker der Stadt, Rafaelo Esposito, geholt. Dieser buk eine Pizza in den italienischen Nationalfarben rot (Tomaten), weiß (Mozarella) und grün (Basilikum). Diese begeisterte die Königin sehr und so wurde die Pizza Margherita geboren. (red)